Wade kracht, stimme blieb: raab-cover am millerntor endet torlos

Millerntor – 57. Minute. Die Nordkurve summt „Wadde hadde dudde da?“, aber diesmal ist der Joke Programm. Linienrichter Christian Dietz humpelt mit einer Zerrung der rechten Wade vom Feld, der vierte Offizielle Eric Weisbach übernimmt, und plötzlich steht der ESC-Song von 2000 im Stadionheft: „Wer hält hier eigentlich die Fahne?“

Nullnummer mit beigeschmack

St. Pauli und Frankfurt trennen sich 0:0, doch die Punkteteilung schmeckt beiden Seiten wie warmes Kölsch. Die Kiezkicker verpassen es, die Mini-Serie (zuletzt zwei Siege) zu verlängern, bleiben aber vier Punkte über dem Strich. Die Eintracht wartet seit Ende November auf einen Auswärtsdreier – neun Punkte bis Europa, die Distanz wächst mit jedem Remis.

Vor Dietz’ Auswechslung hätte St. Pauli schon in Führung gehen müssen. Otto Ndongo Ando, frisch genesen, legt im Liegen mit dem Hinterkopf auf Pereira Lage – der Portugiese trifft den linken Pfosten (23.). Kurz darauf knallt Danel Sinani das Aluminium vom rechten Innenpfosten (31.). Beide Male wäre Kevin Trapp machtlos gewesen, doch der Ball bleibt aus.

Frankfurt feiert geburtstag mit katerstimmung

Frankfurt feiert geburtstag mit katerstimmung

Am 127. Vereinsgeburtstag der Eintracht bleibt Jonathan Burkardt die Party verwehrt. Ein Arm von Eric Smith – der unter der Woche zum zweiten Mal Vater wurde – verpasst ihm die Maske, danach wirkt der Stürmer wie eingeschüchtert. Die beste Chance nach der Pause: Hugo Ekitike testet Dennis Vasilj im langen Eck, der Keeper pariert stark.

Letzte Szene: Weisbach fahndet an der Seitenlinie nach Abseits, der Millerntor-Block skandiert „Wadde hadde dudde da?“ – und keiner kann’s beantworten. Die Frage bleibt: Wer trifft eigentlich noch, wenn selbst der Schiedsrichter-Assistenz den Dienst versagt? Frankfurt hat jetzt 17 Auswärtsspiele ohne Sieg, St. Pauli 13 Heimspiele ohne Glanz. Die Bundesliga ist kein Songcontest, aber auch hier zählen Punkte – nicht Prominenz.