Lamperti schlägt zu: us-youngster erobert paris–nizza mit sprint-knaller
Die Sonne über Carrières-sous-Poissy schien nur für einen: Luke Lamperti. Der 23-jährige Kalifornier riss 171 km nach Start in Achères das Gelbe Trikot der Paris–Nizza 2026 mit einem Spurt, der selbst Biniam Girmay die Sprache raubte. Vito Braet rutschte auf Platz zwei, Orluis Aular auf drei – doch hinten rauschte das Feld wie zerschnittene Wellen gegen die Leitplanken.
Der sturz, der alles verdichtete
Kurz vor der roten Fliegerei hatte sich Martinez selbst in die Mauer gearbeitet. Ein Ruck durchs Peloton, ein Split – und schon jagten nur noch zwölf Mann dem Traum hinterher. Lamperti schaltete im 72-Gang, EasyPost lieferte EasySpeed. Kein Deutscher mehr dabei: Ackermann und Bauhaus verloren sich im Getümmel, Kämna und Politt kamen mit einem Ruck zu spät.
Die Uhr stoppte bei 3:42:11, die erste WorldTour-Pleite für den Eritreer Girmay und die erste WorldTour-Krone für Lamperti. „Ich wusste, dass die Kurve bei Kilometer 168 eng wird“, sagte er – und meinte die, die keiner auf dem Plan hatte.

Was das morgen bedeutet
Montag geht’s nach Montargis, 187 km durch die Beauce, flach, windig, tückisch. Wer jetzt schon zehn Sekunden verloren hat, darf am Mittwoch in den Bergschluchten der Côte d’Azur zahlen. Jonas Vingegaard, frisch aus dem Winterschlaf, trägt nur ein dänisches Lächeln statt eines Trikots – und Juan Ayuso schon ein Ziel: Revanche für 2025.
Letzter Deutscher, der hier gewann, war Schachmann – 2020 und 2021 klang das wie gestern. 2026 klingt es nach morgen, und der Taktgeber heißt Lamperti. Die Fahrt zur Sonne hat gerade erst begonnen, doch wer das erste Kapitel schreibt, diktiert oft auch das letzte.
