Von der leichtathletik zum bob: ashleigh nelsons überraschender weg zu den olympischen spielen

Ein instagram-nachricht, die alles veränderte

Im Sommer 2024 erhielt die britische Leichtathletin Ashleigh Nelson eine unerwartete Nachricht auf Instagram, die ihr Leben veränderte. Die Silbermedaillengewinnerin der 4x100m-Staffel bei den Weltmeisterschaften in Doha und Bronzemedaillengewinnerin der 100m bei den Europameisterschaften in Zürich stand kurz vor dem Karriereende aufgrund einer Achillessehnenverletzung. Dann meldete sich ihre Landsfrau Adele Nicole, Bobpilotin, bei ihr und fragte, ob sie nicht Lust hätte, es in dieser Wintersportart zu versuchen. "Ich wurde quasi reingelegt", so Nelson in einem Interview mit 'The Guardian'.

Vom tartanbahn zum eiskanal

Vom tartanbahn zum eiskanal

Nelson gab zu, dass sie zuvor kaum etwas über Bobfahren wusste. Ihre einzige Vorstellung davon stammte aus dem Film 'Cool Runnings'. "Ich wusste nichts darüber, hatte noch nie einen Unfall gesehen. Das Einzige, was mir einfiel, war 'Cool Runnings'", erklärte sie. Sie verstand Geschwindigkeit nur auf der Tartanbahn und hätte nie gedacht, dass sie diese auch auf dem Eis erleben könnte – zuerst als 'Anschieberin' und später mit über 120 Kilometern pro Stunde im Bob.

Ein späte chance für mailand-cortina

Ein späte chance für mailand-cortina

"Ich habe es nicht zu den Spielen in Paris geschafft, und dann schickte mir Adele diese Nachricht. Ich war ein bisschen traurig und verletzlich, also sagte ich, als sie mich fragte: 'Hast du Lust auf Bob?', 'Vielleicht'. Und 18 Monate später bin ich bei den Olympischen Winterspielen – das ist schon ein bisschen verrückt." Die erste Anweisung, die sie erhielt, lautete: "Was auch immer passiert, halte dich fest, lass nicht los!" Nach der ersten Fahrt war ihr Körper in Schock.

Die explosivität des bobfahrens

Bobfahren ist eine der explosivsten Disziplinen der Olympischen Winterspiele, bei der die Geschwindigkeit beim Start entscheidend ist. Daher ist es üblich, dass Athleten aus der Sprintdisziplin in Bob-Teams vertreten sind. Die Anpassung ist jedoch nicht immer einfach. "Es gibt keinen Sicherheitsgurt. Es gibt keine Airbags", gesteht Nelson. Es erfordert Mut und Vertrauen in die Pilotin.

Anfängliche zweifel und schnelles lernen

Nach den ersten Fahrten, trotz des vollen Vertrauens in ihre Teamkollegin, dachte Nelson, dass diese Disziplin nichts für sie sei. Doch sie blieb während der gesamten ersten Trainingswoche und strebt nun eine Medaille bei den Spielen an. Sie fährt dabei mit geschlossenen Augen. „Wozu sollte ich sie öffnen?“, lacht sie. Der Großteil ihrer Arbeit leistet sie in den ersten 50 Metern. “Ich bin schnell, ich bin stark, ich bin nicht nur wegen meiner schönen Haare hier”, betont sie.

Der fokus auf die ersten meter

Die ersten Meter sind entscheidend im Bobfahren, und hier kann Nelson ihre Stärken voll ausspielen. Ihre Explosivität und Kraft sind essenziell für einen schnellen Start. Sie ist entschlossen, zu beweisen, dass sie nicht nur eine talentierte Leichtathletin ist, sondern auch im Bobfahren erfolgreich sein kann. Das Ziel ist klar: eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina.