Von der auszeit zum weltmeister? marc pubills überraschender aufstieg
Kaum jemand hätte es für möglich gehalten: Marc Pubill, einst kurz davor, den Fußball ganz sein zu lassen, steht nun im Kader der spanischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft. Eine Geschichte von Zweifel, Durchhaltevermögen und dem unerschütterlichen Glauben seines Vaters.
Der abschied lag nahe: die zweifel des jungen pubill
Vor sechs Jahren, mit nur 16 Jahren, schwirrte der Gedanke an eine Auszeit im Kopf von Marc Pubill. Die fehlende Konstanz und das Vertrauen nagten an ihm, und der Traum vom Profifußball drohte zu zerbrechen. Inspiriert von seinem älteren Bruder Ignacio, hatte er sich einst in den Bann des Sports gezogen, doch nun stand er am Scheideweg. Der Druck war immens, die Enttäuschungen groß.
Es ist unfassbar, wie schnell sich die Dinge ändern können. Nur kurze Zeit später rissen die Vereine wie Barcelona, Real Madrid und Espanyol an ihm. Ein Wechsel zum Espanyol schien festzustehen, doch nach einer Weile wurde er nicht mehr für den Kader berücksichtigt. „Er hat das sehr schlecht verkraftet und wollte den Fußball aufgeben“, erinnert sich sein Vater Ignasi. „Ich habe ihm gesagt, dass ich etwas Besonderes in ihm sehe und dass er, sobald er wieder Freude empfindet, einer der besten Außenverteidiger der Welt werden kann.“
Ein glücklicher Zufall und der Blick eines Scouts
Die Wende kam durch einen Zufall. Nachdem er vom Espanyol abgelehnt worden war, wurde er kurz vor seinem Wechsel zum Levante nicht einmal mehr für die Jugendmannschaft des Gimnàstic Manresa berücksichtigt. Doch ein Trainer im Jugendteam B erkannte sein Potenzial und ermutigte ihn, den Spaß am Spiel wiederzufinden. Und dann, wie vom Blitz getroffen, sah ein Scout des Levante ihn bei einem Amateurspiel in Barcelona – während er eigentlich andere Spieler beobachten sollte. Ein Sonntagabendspiel um 20 Uhr, das das Leben des jungen Mannes für immer verändern sollte.

Von levante zum zentralen garanten: simeones umwandlung
Die ersten Schritte im Trikot des Levante waren vielversprechend. In seinem ersten Testspiel gegen Castellón erzielte er zwei Tore und bereitete ein weiteres vor, spielte dabei als rechter Außenverteidiger. Ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Die Reise ging weiter über Levante, Almería und schließlich zum Atlético Madrid. Und hier vollzog sich die überraschende Wandlung. Trainer Diego Simeone erkannte in Pubill nicht nur einen soliden Außenverteidiger, sondern ein zentrales Organisationsgenie. Er veränderte seine Position, brachte ihm die Grundlagen für die Rolle im Zentrum bei und schuf so einen Spieler von außergewöhnlicher Vielseitigkeit. „Ich bin Simeone unendlich dankbar, er hat mein Leben verändert“, so Pubill selbst. „Er hat mich in eine Position versetzt, die ich nicht erwartet habe, und mich sehr schnell gelehrt, wie man ein guter Innenverteidiger wird.“
Olympia-Gold und nun die Weltmeisterschaft
Die NHL-Nominierung für die Weltmeisterschaft kam für die ganze Familie überraschend. „Als sein Name fiel, haben wir sofort einen Videoanruf gestartet. Allein der Gedanke daran rührt mich zu Tränen“, erzählt sein Vater bewegt. Nach dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Paris unter der Leitung von Santi Denia träumt Pubill nun davon, „noch einen Stern auf das Wappen zu setzen“. Luis de la Fuente lobt seine Vielseitigkeit und seine menschliche Wärme: „Er bietet uns unzählige Möglichkeiten. Er ist ein Gewinn für die Mannschaft.“
Die Geschichte von Marc Pubill ist eine Erinnerung daran, dass der Weg zum Erfolg oft steinig und voller Zweifel ist. Doch mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen und der Unterstützung von Menschen, die an einen glauben, kann man selbst die größten Hindernisse überwinden. Seine Leistung in der spanischen Nationalmannschaft wird zeigen, ob der junge Mann aus Manresa den Sprung zum Weltmeister schaffen kann – eine Geschichte, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.
