Völlers wut-exit: sané-pfiffe lassen dfb-patin platzen

Rudi Völler schnappt nach Luft, doch statt Antwort zu geben, reißt der Moderator das Mikro weg – mitten im Satz. Der DFB-Sportdirektor steht wie angefressen am Rand des Athener Rasens, während Bent Mildner panisch auf die U21-Starspieler deutet, die zurück auf den Platz marschieren. Die Frage nach den Sané-Pfiffen bleibt offen – und das ist kein Zufall.

Die szene, die niemand senden wollte

Halbzeit in Griechenland. Pro7-Maxx liefert das übliche Interview am Zaun, doch diesmal knistert es. Mildner will wissen, was Völler von den Buhrufen hält, die Leroy Sané beim Einwechseln gegen Ghana (2:1) einstecken musste. Völler beginnt: „Überrascht – auch enttäuscht, ein bisschen …“ Dann bricht alles ab. Die Kamera schwenkt weg, der Ton wird leiser. Was passiert? Die Produktion schaltet live zurück ins Stadion, als hätte jemand den Stecker gezogen.

Völler bleibt stehen, lacht verkniffen, drückt Mildner die Hand und murmelt: „Also gut, Ciao, ciao!“ Ein Satz, der mehr sagt als jede Analyst-These. Denn wer den DFB-Paten kennt, weiß: Wenn Völler still wird, ist Alarmstufe Rot.

Sané, undav und das unausgesprochene problem

Sané, undav und das unausgesprochene problem

Vor dem Abriss hatte Völler noch schnell Deniz Undav gelobt. Zwischen dem Stuttgarter und Bundestrainer Julian Nagelsmann liege „gar nichts im Argen“, versicherte er. Ein Satz, der klingt, als würde genau das bezweifelt. Denn wer die Länderspiel-Pressekonferenzen verfolgt, weiß: Nagelsmann hatte Sané schon öfter durchs Raster rutschen lassen – und die Fans hatten es mit Pfiffen quittiert.

Die ARD-Zuschauerzahlen für das Ghana-Spiel: 6,83 Millionen. Die Quote, die Sané einsteckte: lauter. Die Frage, die bleibt: Warum wird ein offensichtliches Stimmungsproblem im DFB-Team im Live-Interview abgewürgt? Antwort: Weil jede offene Scharte in Richtung Nagelsmann derzeit als Sabotage gilt. Völler, sonst schlagfertig, lässt sich abwürgen – und das ist das eigentliche Drama.

Die U21 gewann übrigens 3:0. Die Hauptstory aber lief neben dem Platz. Dort stand ein DFB-Funktionär, der plötzlich nichts mehr sagen durfte – und das sagt mehr über den Zustand des Verbandes als jede Sieges-PK.