Vladi schießt aarau auf vaduz zu – spitzenduell kommt früher
Shkelqim Vladi schlug zweimal zu, Étoile Carouge blieb zweimal leer: Der FC Aarau rückt in der Challenge League bis auf drei Punkte an Spitzenreiter Vaduz heran und entfacht vor dem direkten Duell am Samstag neue Spannung im Aufstiegsrennen.
Frühes tor, spät die vorentscheidung
Die Gäste aus dem Kanton Aargau brauchten nur acht Minuten, um das Gerüttel im Stade de la Fontenette zu stoppen. Vladi nahm eine abgewehrte Ecke direkt, drückte den Ball unter die Latte – 0:1. Danach aber drehte Carouge auf. Die Genfer spielten sich in Wellen vor Marvin Hübel her, scheiterten zweimal am Pfosten, einmal am stark reagierenden Keeper. Aarau wirkte kurz wie gelähmt, fand jedoch just in der Phase der größten Druckwellen des Gegners die nötige Rückendeckung durch das Mittelfeld-Duo Schneider/Simani.
Die zweite Hälfte wurde zur Zittersession. Carouge blieb dran, verpasste aber den ausschlaggebenden Pass im letzten Drittel. In der 75. Minute schlug Vladi erneut zu – erneut nach Vorarbeit von Tanner, der mit einem Außenrist querlegte. Zehn Minuten später setzte Prince-Ampong Afriyie den Schlusspunkt: Heber aus 16 Metern, 0:3, Entscheidung.

Vaduz patzt, aarau pustet
Während Aarau effektiv war, blieb Vaduz in Rapperswil ideenlos. 0:0 im Stadion Grünfeld – die erste Punkteteilung der Liechtensteiner seit sieben Partien. Resultat: Der Vorsprung schrumpft von fünf auf drei Zähler. Die Tabellenlage vor dem Duell am Samstag (17 Uhr, Stadion Brügglifeld): Vaduz 56 Punkte, Aarau 53. Die restlichen vier Spieltage versprechen offenes Ende.
Für Brunello Iacopetta ist die Marschroute klar: „Wir fahren nicht nach Vaduz, um zu verteidigen. Wer den Aufstag will, muss gewinnen.“ Die Statistik spricht für den Coach: In den letzten zehn Auftritten kassierte Aarau nur neun Gegentore – weniger als jeder Konkurrent. Dazu die Torgarantie von Vladi: Sein Doppelpack war bereits der zehnte und elfte Saisontreffer, mehr als jeder andere Feldspieler der Liga.
Die Fans reagieren euphorisch. Die Online-Abteilung des FC Aarau verzeichnete binnen 90 Minuten nach Abpfiff 120 000 Seitenaufrufe, ein Saisonrekord. Tickets für Samstag sind restlos ausverkauft, auf dem Sektor G sind bereits 4 000 Stehplätze improvisiert worden. Die Stadtverwaltung richtet ein Fan-Fest auf dem Kasernenhof aus – mit Public Viewing, damit die Zuschauerströme nicht nur ins Stadion, sondern auch in die umliegenden Kneipen fließen.
Doch der Blick bleibt klar: Selbst ein Sieg gegen Vaduz würde Aarau noch nicht an die Tabellenspitze katapultieren, wegen des um drei Treffer schlechteren Torverhältnisses. „Wir brauchen zwei Siege und müssen hoffen, dass Vaduz noch einmal strauchelt“, sagt Sportchef Philipp Stähelin. Die Gegner danach: Wil, Lausanne, Thun – keine leichte Restprogramm. Aber das verrät der Blick auf die Formtabelle: Aarau holte aus den letzten fünf Spielen 13 Punkte, Vaduz nur acht.
Die Saison ist nicht mehr zu retten – sie ist zu gewinnen. Und Shkelqim Vladi hat seinen persönlichen Aufstiegsmodus längst aktiviert.
