Vittozzi stellt den rücktritt infrage – olympia 2030 bleibt im visier

Lisa Vittozzi schlägt zurück. Nach Wochen des Schweigens und Spekulationen um ein mögliches Karriere-Aus verkündet die Italienerin in der „Gazzetta dello Sport“ ein klares Bekenntnis: Weiterlaufen. Mindestens ein weiteres Jahr. Vielleicht sogar bis 2030.

Die 31-Jährige hatte das Biathlon-Tremor ausgelöst. Nach Gold in Antholz, nach Rücken-Pech, nach Dauerfragen: „Alle sind besorgt, dass ich zurücktrete – das wird nicht passieren.“

Die französinnen als antrieb

Vittozzi nennt keinen Zeitplan, aber sie nennt Gegnerinnen. „Wir haben Jahre gegen die Französinnen gekämpft – Athletinnen, die man schlagen muss.“ Die Aussage zielt auf die dominierende Equipe tricolore, die auch 2027 in Le Grand-Bornand erneut Heimvorteil genießen wird. Vier Jahre bis Olympia 2030? „Lang, aber die Zeit rennt.“

Die Versehrte spricht aus Erfahrung. Die Saison 2023/24 fiel flach, weil ihre Bandscheibe streikte. Antholz wurde zur Befreiung: Gold in der Verfolgung, Tränen, Jubel, Schweigen danach.

Erst ziel oslo, dann ziel erholung

Erst ziel oslo, dann ziel erholung

Vor der Sommerpause stehen noch drei Weltcups an: Kontiolahti, Otepää, Oslo. Erst danach packt Vittozzi ihre Wanderschuhe. „In eine Hütte, nur Geräusche der Natur“, sagt sie und erinnert sich an die Selektionskür nach ihrem Gesamtweltcup-Sieg. „Ruhe ist mein Krafttank.“

Die Athletin, die einst als Nachfolgerin von Dorothea Wierer gehandelt wurde, könnte nun deren Alter erreichen, wenn die Spiele 2030 über die Bühne gehen. 35 Jahre alt, ein halbes Leben auf Ski, ein ganzes Leben voller Schmerz und Sieg.

Italiens Verband atmet auf. Kein Abgang, kein Loch, keine Ära, die endet. Stattdessen ein Satz, der den Skisport-Winter 2025/26 schon jetzt in neuem Licht erscheinen lässt: Die Jägerin bleibt in der Loipe.