Vinzenz rohrer fliegt nach playoff-aus direkt in die ahl-favoriten

Vinzenz Rohrer hat gerade das Halbfinale mit den ZSC Lions verloren – und schon steckt er wieder im Flieger. Ziel: Laval, Québec. Die Montreal Canadiens versetzen den 21-jährigen Stürmer sofort zur Rocket, Spitzenreiter der AHL-North Division.

50 Spiele, 13 punkte: die schweizer leihe blieb hinter den erwartungen

Die Zahlen sind kühl: 50 Einsätze, 13 Scorerpunkte. Für einen Angreifer, der im Draft 2022 an 75. Stelle gezogen wurde, ein Rückschritt. Die vergangene Saison hatte Rohrer noch bei 18 Jahren 26 Punkte in 40 Spielen geholt. Diesmal lief es nicht. Zu oft fehlte die Durchschlagskraft, zu oft blieb er in engen Playoff-Duellen gegen Biel und später gegen Genf-Servette unsichtbar.

Dennoch: Die Canadiens ziehen ihn jetzt kurzfristig aus Zürich. Weil sie können. Weil sie wollen. Weil der Kalender perfekt passt.

Laval rocket schon im calder-cup-modus

Laval rocket schon im calder-cup-modus

Die Rocket hat zwei Spieltage vor Schluss die Tickets für die Calder-Cup-Playoffs sicher. Das Team von Chefcoach Jean-François Houle rollt über Gegner, punktet im Powerplay wie kaum ein zweites Team. Genau hier soll Rohrer ansetzen: als Rechtsläufer auf einem der oberen drei Stürmtrios, mit Spielzeit und mit Druck.

Die AHL ist kein Entwicklungslager, sie ist ein Schmelztiegel. Wer dort überlebt, kommt schneller nach Montréal als gedacht. Cole Caufield hat es vorgemacht, Juraj Slafkovský ebenfalls. Für Rohrer beginnt jetzt der eigentliche Test.

Und er kennt Nordamerika. Zwischen 2021 und 2023 spielte er 122 Partien für die Ottawa 67’s in der OHL, sammelte 106 Punkte. Die Schritte auf kleinerem Eis, das hektische Forecheck-System – kein Neuland, aber die nächste Stufe.

Die uhr tickt: entry-level-vertrag läuft 2025 an

Die uhr tickt: entry-level-vertrag läuft 2025 an

Montreal hatte Rohrer im Sommer 2025 auf drei Jahre verpflichtet. Der Entry-Level-Vertrag startet offiziell nächste Saison. Bis dahin gilt: zeigen, dass die Stocktechnik reicht, dass die 1,80 m Körpergröße kein Handicap ist, dass er gegen erwachsene Profis nicht nur mithalten, sondern Akzente setzen kann.

Die Rocket reist am Freitag nach Belleville, dann kommt Utica. Wenn Rohrer ankommt, bleibt kaum Trainingszeit. Direkt Feuerprobe. Direkt Playoff-Atmosphäre. Direkt alles oder nichts.

Ein halbes Jahr Leihe in der Heimat war ein Experiment. Jetzt zählt nur noch eins: Punkte gegen Männer, die um ihren NHL-Traum kämpfen. Schafft er den Sprung, vergisst man das Schweizer Halbfinale schnell. Schafft er ihn nicht, wird die Karriere plötzlich ein steiler Berg. Die Laval-Rocket-Trikots liegen bereit. Die Uhr läuft.