Vingegaard zerstört die konkurrenz: paris-nizza-krönung und warnung an pogacar
Die Sonne war noch nicht über Nizza aufgegangen, da hatte Jonas Vingegaard schon die vierte Wertung angezündet. 2 Bergtrikots, 2 Etappensiege, 4:23 Minuten Vorsprung – die Premiere der Saison wird zur Demonstration. Wer dachte, der Däne komme verhalten zurück, kassierte eine Ohrfeige aus Carbon.
Die zahlen sprechen eine sprache
4:23 Minuten – so viel Rückstand hatte selbst Dani Martinez, Kolumbiens Zeitfahr-Ass. 6:07 Minuten – das fehlte Georg Steinhauser, dem deutschen Hoffnungsträger. Und das, obwohl Vingegaard auf der letzten Etappe nur Zweiter wurde. Lenny Martinez riss ihm den Tagessieg im Fotofinish weg, doch das Gelbe Trikot blieb, wo es die vergangene Woche hingehörte: auf seinen Schultern.
Die Visma-Lease a Bike-Maschine läuft seit drei Jahren auf Hochtouren. Nach Matteo Jorgensons Doppelsieg 2024/25 folgt nun der dritte Gesamterfolg in Serie. Teamchef Grischa Niermann spricht es offen aus: „Wir haben unsere eigene Liga gegründet.“

Die strategie dahinter
Vingegaards Kalender liest sich wie ein Drehbuch. Tirreno, Delfinato, Baskenland, Polen, Algarve – alles erledigt. Jetzt fehlt nur noch das Rennen, das ihn zur achten Rad-Legende mit der Triple Crown machen könnte. Der Giro startet am 8. Mai in Sofia. Pogacar hat die Vuelta noch vor sich. Wer zuerst kommt, lacht zuletzt.
Die Formel ist simpel: Früh angreifen, spät lächeln. In Nizza sprintete er 22-mal, um Martinez’ Hinterrad nicht aus den Augen zu verlieren. Am Ende fehlten zwei Zentimeter. „Hätte ich gewinnen wollen? Klar. Aber er war stärker“, sagt Vingegaard – und meint den Tagessieg, nicht das Rennen.

Der blick nach vorn
Milano-Sanremo steht an, dann Katalonien, dann der Höhentrainingsblock in Andorra. Dort, 2.400 Meter über dem Meer, wird entschieden, ob der Däne im Mai Geschichte schreibt. Gegen Pellizzari, gegen Almeida, gegen die Zeit. Seine Frau und seine Tochter werden ihn begleiten. „Familie ist mein Turbo“, sagt er.
Die Konkurrenz schaltet bereits in Alarmstufe Rot. Pogacar gewann die Strade Bianche mit einem 80-Kilo-Solo. Vingegaard antwortet mit einer Woche Dauerfeuer. Wer von beiden zuerst alle drei Großen gewinnt, darf sich König nennen. Die Wette läuft. Und der Däne hat den ersten Satz bereits abgefeuert.
