Jeong trifft in der 90+2: union erstickt freiburg und springt auf platz neun
Ein Schlag ins Kontor kurz vor Schluss und schon ist die Luft raus im Schwarzwald. Woo-Yeong Jeong jagt den Ball in der zweiten Minute der Nachspielzeit links neben Noah Atubolu ins Netz, Union Berlin gewinnt 1:0 beim SC Freiburg und macht einen Sprung vom Grübeln in die Ruhezone. 31 Punkte, neunter Platz, sieben Zähler Vorsprung auf Rang 16 – die Rechnung ist simplex, die Erleichterung riesig.
Ein spiel, das keiner ansah – bis es plötzstlich alle sahen
70 Minuten lang dominierte die Langeweile, die Statistik zählte zwei Torschüsse aufs Tor. Dann wechselt Steffen Baumgart den koreanischen Flügelstürmer ein, Freiburg wirkt wie gelähmt, und die Eisernen nutzen die einzige Lücke. Jeong nimmt den Ball mit links mit, zieht mit rechts ab – Atubolu ist machtlos. Die 14 Minuten Nachspielzeit sind ein Nebenschauplatz, die Entscheidung gefallen.
Die Berliner hatten vor dieser Partie nur eins der letzten zehn Pflichtspiele gewonnen, zuletzt sieben Mal in Folge ungeschlagen, aber zu oft remis. Gegen Freiburg endet die Torflaute – wenn auch spät. Die Breisgauer verlieren damit zum ersten Mal nach fünf unbesiegten Heimspielen und rutschen auf Rang zwölf ab.

Personalkrise im vergleich: baumgart improvisiert, streich vermisst wucht
Union stand ohne die verletzten Knoche, Jaeckel und Roussillon da, Baumgart stellte auf Viererkette um und schickte Derrick Köhn als offensive Schaltzentrale. Die Idee: früh stören, schnell umschalten. Freiburg konterte mit viel Ballbesitz, aber ohne Durchschlagskraft. Christian Streich fehlten die zentralen Laufwege, seine Außenstürmer fanden keine Lücke zwischen den Union-Ketten.
Die Statistik spricht Bände: Freiburg schoss 14-mal, nur zwei Versuche zielten aufs Tor. Union kam auf vier Torschüsse – einer reichte. Die xG-Werte (Expected Goals) lauten 0,4 für die Gastgeber, 0,6 für die Gäste. Ein Armutszeugnis für die Offensivreihen, ein Sieg für die Effizienz.
Matheo Raab hält in der 110. Spielminute noch den entscheidenden Reflex gegen Niklas Beste, danach pfeift Daniel Schlager ab. Die Union-Fans singen „We are Union“, die Freiburger Anhänger verlassen kopfschüttelnd das Stadion. Der Klassenerhalt rückt näher, die Planstelle für Zweitliga-Sorgen wird erst einmal geschlossen.
