Vingegaard und ayuso liefern sich in der paris–nizza 2026 ein frühjahrsduell
Die Straßen von Frankreich werden ab Sonntag zur Offenbarungsbühne: Jonas Vingegaard meldet sich nach seiner UAE-Tour-Absage mit Visma – Lease a Bike zurück, und direkt neben ihm auf dem Podest der Favoriten steht Juan Ayuso, der Spanier, der Tirreno-Adriatico 2025 eroberte und in Algarve schon die Muskeln spielen ließ.
Deutschland setzt auf steinhauser
Die deutsche Fahne trägt Georg Steinhauser. Der 24-jährige Mallorca-Blitz wurde nach seinen Winter-Rundungen etwas leiser gemeldet, doch in der Waage wiegen sich 3,5 kg mehr Muskelmasse – ein klares Indiz, dass er die Berge diesmal nicht nur überstehen, sondern attackieren will. Elf weitere Deutsche sind gemeldet, doch der Hype konzentriert sich auf den Hessischen Bergkönig.
Ineos schickt ein Trio, das in den letzten Wochen nie schlechter als Fünfte wurde: Oscar Onley, Carlos Rodriguez und Kévin Vauquelin bilden eine britische Sperre, die selbst Ayuso vor Probleme stellt. UAE Emirates – XRG muss auf João Almeida verzichten, doch Brandon McNulty rückt nach – ein US-Amerikaner, der in der Windmaschine von Nizza schon früher Träume zerstörte.

Red bull bora schickt ein doppelspitzenrudel
Daniel Martínez und Aleksandr Vlasov führen die einzige Mannschaft mit zwei Kapitänen an. Martínez steht nach fünf Top-Ten in acht Tagesrennen wieder da, wo er 2023 schon war: in der ersten Reihe der Podiumsjäger. Vlasov steckte 2025 in der Krise, doch seine neun Top-Ten in zehn Rennen lassen vermuten, dass der Russe diesmal kein Nebenschauplatz bleibt.
Die Sprintanker dürfen nur zweimal zubeißen – und selbst das ist kein Garant. Biniam Girmay war 2026 schon zweimal vorne, doch die erste Etappe endet in einem Seitenwindgassengewirr, wo schon ein halbes Radlänge reicht, um den Zug zu verpassen. Milan Menten, Rick Pluimers und Bryan Coquard wissen: Wer nicht riskiert, fliegt aus dem Zeitplan.
Die wetterkarte droht mit strafversetzungen
Die Provence hat für Montag Schauer gemeldet. Ein feuchter Asphalt würde das Feld auf der zweiten Etappe zerreißen – genau die Strecke, auf der Ackermann, Bauhaus und Kanter ihre einzige echte Chance wittern. Wer dann noch träumt, muss sich an die Hinterreihler hängen: Casper van Uden gilt als König der Windkanäle, Luke Lamperti fuhr in der letzten Woche 92 km/h im Training, Tacho bestätigt.
Die Franzosen schielen auf David Gaudu. Der 29-jährige Bretonne ist ein Wettergott: mal Gluthitze, mal Schneeregen – Gaudu bleibt unberechenbar. Platz 18 in der UAE Tour klang nach Crash, doch seine Attacke auf Jebel Hafeet war ein Ausrufezeichen in Neonfarbe. Wer ihn früh abschreibt, verliert am Mont Ventoux die Nerven.
Am Ende zählt nur die Uhr. Paris–Nizza gilt als Mini-Tour de France, und wer hier in der Gelben frühjahrlichen Jacke nach Nizza rollt, der trägt oft auch im Juli in Paris. Die 2026er Ausgabe wirft die Schleusen auf: 24 Stunden bis zum Start, und schon kocht die Côte d’Azur.
