Vingegaard: „ich will eine etappe gewinnen – und dann geht’s nach frankreich!
Mailand – Jonas Vingegaard, der dänische Kapitän von Visma-Lease a Bike, hat im Giro d’Italia seine Ambitionen deutlich gemacht: Er will nicht nur die Gesamtführung verteidigen, sondern auch eine prestigeträchtige Etappenwertung einfahren. Nach einer Phase mit gesundheitlichen Problemen scheint der zweimalige Tour-de-France-Sieger wieder zu alter Stärke gefunden zu haben.
Die dritte woche im blick: vingegaard setzt auf taktische vorteile
„Ich habe mich in einer hervorragenden Position, hätte bei zwei Dritteln der Rundfahrt so weit vorne zu stehen“, erklärte Vingegaard gegenüber der Gazzetta dello Sport. Die anstehende dritte Woche des Giro, beginnend mit einer anspruchsvollen Etappe in der Schweiz, wird entscheidend sein. Vingegaard scheint darauf zu spekulieren, dass seine Konkurrenten sich stärker auf den Kampf um die Podiumsplätze konzentrieren könnten, was ihm einen taktischen Vorteil verschaffen könnte.
Ein gesundheitlicher Tiefpunkt: Der dänische Radprofi gestand, dass er in den letzten Tagen unter Husten und Erkältung litt, insbesondere in den neunten und zehnten Etappen. Die Zeitfahrt in Massa, in der er drei Minuten auf Filippo Ganna einbüßte, könnte ein Resultat dieser Schwächephase gewesen sein. „Ohne meine Familie könnte ich das nicht machen“, fügte er hinzu, „ich denke bei jeder Etappe an sie.“
Mit einem Vorsprung von 2:26 Minuten auf Eulalio und 2:50 Minuten auf Gall scheint Vingegaard die Kontrolle über das Rennen zu haben. Doch er warnt: „Es ist noch nicht vorbei, bis es vorbei ist.“

Wein, rivalität und der blick nach frankreich
Vingegaard, bekannt für seine ruhige und entspannte Art, zeigte auch einen humorvollen Seiten: „Ich hatte gesagt, ich möchte eine Flasche Weißwein für jede italienische Region, die wir besuchen, aber bisher bin ich noch bei Null.“ Sein Blick richtet sich jedoch bereits auf das Tour de France, wo er erneut auf seinen größten Rivalen Tadej Pogacar treffen wird. „Ich glaube, der Giro wird mir helfen, auch in Frankreich in Topform zu sein. Aber jetzt liegt mein Fokus ganz auf dem Rosa Trikot.“
Die Fans in Sofia zeigten bereits ihre Begeisterung für den Giro d’Italia, mit schätzungsweise 250.000 Zuschauern entlang der Strecke. Vingegaard scheint bereit zu sein, diese Unterstützung in weitere Erfolge umzuwandeln und seine Dominanz im Peloton zu festigen. Die Frage ist nicht, ob er den Giro gewinnt, sondern wie deutlich er siegen wird.
