Viertelfinal-blitz: favoritinnen zittern, stars fallen – italiens volleyball-giganten liefern drama pur

Die ersten Spiele der Serie A-Playoffs sind keine Sekunde langweilig geworden. Drei Top-Clubs mussten sich bis an die Blutgrätze quälen, eine Brasilianerin wurde ins Krankenhaus gefahren, und eine Außenseiter-Equipe wurde regelrecht demoliert. Der Auftakt lieferte alles, was Sportherzen höherschlagen lässt – nur keine Langeweile.

In Mailand sausten die Spielerinnen von Vero Volley durchs PalaWeSport wie ein Orkan. 75 Minuten brauchten Lavarinis Truppe, um Vallefoglia in drei Sätzen zu zerlegen. 8 Blockpunkte in Satz eins legten den Grundstein. Danach wechselte Gegner-Coach Pistola zweimal die Aufstellung – vergeblich. 20 Punkte von Paola Egonu und eine fehlerfreie Katherine Plummer Lanier (17/26) ließen keine Zweifel aufkommen. Der vierte Tabellenplatz der Hauptrunde täuschte über die wahre Stärke hinweg.

Imoco wackelt, haak rettet den abend

Anders in Conegliano. Dort trat Prosecco Doc Imoco zwar als klarer Favorit an, doch Eurotek Uyba schlug zurück. Satz zwei ging verloren, insgesamt 17 Eigenfehler standen am Ende zu Buche. Isabelle Haak schulterte das Team mit 35 Punkten und 62 Prozent Angriffsquote. Auch Zhu Ting (20 Punkte) und Tobbedispatcher Joanna Wolosz lieferten Solides. Die Sorgen nach dem 3:1-Sieg gelten aber Gabriela Guimaraes. Die brasilianische Außenangreiferin musste nach einem Schlag auf die Rippen mit der Trage vom Feld und später ins Ca’ Foncello-Krankenhaus von Treviso gebracht – dieselbe Klinik, in der einst Ski-Legende Lindsey Vonn operiert wurde. Erste Untersuchungen verliefen positiv, doch ein Einsatz in Spiel zwei ist offen.

Der Rekordmeister Igor Novara geriet im Derby gegen Chieri nach zwei glatten Sätzen ebenfalls ins Stolpern. Dann erwachte Tatiana Tolok: 29 Punkte bei 68 Prozent verwandelten die 1:2-Satz-Rücklage in einen 3:1-Erfolg. MVP-Titel ging aber an Francesca Bonifacio, die mit 4 Assen und 63 Prozent im Feld glänzte. „Wir haben gezeigt, dass sich auch ein 0:2 noch drehen lässt“, sagte Tolok nach dem Spiel.

Scandicci ringt bergamo in den zehnten

Die größte Zitterpartie lieferte Savino del Bene Scandicci. Ohne Kelsey Robinson und mit Mina Ognjenovic (Handprellung) an der Seitenlinie fehlten zwei Schlüsselkräfte. Dennoch wuchtete sich Caterina Bosetti mit 24 Punkten zum MVP. Die Amerikanerin Kara Franklin lieferte den Matchball, nachdem Bergamo bereits mit 9:7 im Tiebreak vorne lag. Am Ende hieß es 17:15 – ein Ergebnis, das Trainer Julio Cervellin erleichtert aufatmen ließ: „Wir haben mit dem Feuer gespielt und uns nicht verbrannt.“

Die zweiten Begegnungen steigen am Mittwoch und Donnerstag. Dann muss Vallefoglia in Mailand Revanche nehmen, Chieri empfängt Novara, und Bergamo will in eigener Halle Scandicci in die Knie zwingen. Sollte es 1:1 stehen, findet am Wochenende ein Entscheidungsspiel statt.

Für Gabi und Co. bleibt wenig Zeit, um sich zu sammeln. Die Playoffs verzeihen keinen Fehler – und sie liefern schon jetzt das beste Entertainment, das italienischer Frauenvolleyball seit Wochen zu bieten hat.