Vier tage bis flandern: warum van der poel, van aert und pogacar jetzt alles auf eine karte setzen
Am Sonntag knallen die Kassetten in Flandern – und keiner der drei Superstars hat noch Spielraum. Mathieu van der Poel flog nach Spanien, um letzte Sprints in glühender Hitze zu ziehen. Wout van Aert startet heute in Dwars door Vlaanderen, obwohl er dort 2024 mit einem gebrochenen Rippenbogen liegenblieb. Tadej Pogacar? Der hockt in Monaco, hat nur zwei Renntage in den Beinen und trotzdem die beste Bilanz: zwei Siege bei zwei Starts.
Van avermaet erklärt, warum jeder plan aufgehen kann
„Ein Radsportler ist kein Autorennen, das du in die Box schiebst“, sagt Greg Van Avermaet, der 2017 in Roubaix über Kopfsteinpflaster und Ego fuhr. „Van der Poel tankt Sonne, van Aert tankt Nerven, Pogacar tankt nichts – und alle drei kommen an der Suikerberg gleich schnell an.“ Die Logik: Wer jetzt noch umsteigt, verliert mehr Watt als er gewinnt.
Die Zahlen sprechen für sich: Van der Poel flog 1.400 Kilometer nach Alicante, um dort in fünf Tagen 550 Kilometer und 6.000 Höhenmeter zu quälen. Van Aert pendelt zwischen Herentals und dem Rennort Menen, weil seine Verträge es verlangen – und weil er Dwars 2025 noch nicht gewonnen hat. Pogacar? Der trainierte seit Sanremo exakt 72 Stunden auf dem Rad, dafür mit einer Schnittgeschwindigkeit, die seinen Coach zittern lässt.

Warum dwars door vlaanderen van aert mehr kosten kann als nur kalorien
Der Belgier muss heute Vollgas geben, obwohl er weiß: Ein Sturz jetzt wäre keine Panne, sondern ein Drama. 2024 flog er über ein weißes Schild, 2025 verlor er im Sprint gegen Neilson Powless trotz drei Teamkollegen. „Wenn ich heute wieder falle, bin ich der Depp der Nation“, sagte er vor der Abreise. Die Lösung: Er fährt mit dickeren Reifen, einer extra Schutzfolie am Unterrohr – und einem Biss, den er sonst erst am Oude Kwaremont zeigt.
Van der Poel dagegen spielt Roulette mit der Ruhe. Kein Rennen mehr, nur noch Zahlen: 92 Prozent Maximalpuls, 410 Watt Durchschnitt über zwanzig Minuten. „Er kann sich seine Form wie ein Thermometer in den Hintern stecken“, sagt Van Avermaet. „Wenn die Sonne in Spanien kocht, kocht er mit.“

Pogacars geheimwaffe heißt langeweile
Während seine Rivalen noch Pressetermine absolvieren, sitzt der Weltmeister in Monaco an einem Tisch mit Blick auf den Hafen – und liest die Windkarten für Flandern. Keine Kameras, keine Fans, keine Show. „Er findet die Lücke im Feld, bevor das Feld sie selbst findet“, sagt UAE-Teamchef Joxean Matxin. Der Trick: Pogacar kennt die finale Stichliste von 27 Flandern-Rennen auswendig, inklusive Windrichtung und Asphaltmarke.
Am Sonntag um 09:45 Uhr geht die Startpistole in Antwerpen. Dann zählt nur noch, wer die Kassette zuerst knallt. Van der Poel jagt den Rekord, van Aert jagt die Erlösung, Pogacar jagt die Statistik. Wer am Suikerberg zuerst lacht, hat vielleicht nur noch zehn Sekunden Vorsprung – aber die reichen in Flandern für die Ewigkeit.
