Vfl wolfsburg stürzt ab – 29 jahre bundesliga sind vorbei
Der Abstieg ist besiegelt. Nach 29 ununterbrochenen Jahren verlässt der VfL Wolfsburg die Bundesliga – und niemand kann es fassen. Das 1:2 nach Verlängerung in Paderborn reißt einen Club aus der ersten Liga, der doch gerade erst wieder in der Champions League stand.
Vom meister zum abstiegskandidaten – ein crash in zeitlupe
2009 feierte Wolfsburg noch die Meisterschaft, 2015 den Pokal. Die Mannschaft um De Bruyne, Dzeko und Grafite spielte sich in die Geschichtsbücher. Nun folgt der historische Tiefschlag. Die Erinnerungen schmerzen: der 2:0-Sieg gegen Real Madrid im Viertelfinal-Hinspiel 2016, die Quartiereinzüge in der Europa League – alles schon wieder weit weg.
Die Zahlen sind gnadenlos. Vor zehn Jahren kostete Julian Draxler 43 Millionen Euro, Kevin De Bruyne ging für 76 Millionen nach Manchester. Heute steht ein Kader mit Marktwert 234 Millionen Euro in der 2. Bundesliga. Die Gehaltsmaschine läuft weiter, das Etat schrumpft von 80 auf 55 Millionen. Das wird teuer.

Der nebel im volkswagen-werk
Die Ursachen liegen tiefer als ein paar schlechte Spiele. Trainerwechsel im Akkord – van Bommel, Kovac, Hasenhüttl – löschten keine Brände, sondern legten neue. Die sportliche Leitung schlitterte von Transferpanne zu Transferpanne. Dazu kam die Sonderrolle: Wolfsburg gehört VW, profitierte von der 50+1-Ausnahme, aber verpasste, eine eigene Identität jenseits des Geldbeutels zu entwickeln.
Dieter Hecking kehrte im März zurück, der Pokalsieger-Coach von 2015. „Die Situation ist miserabel, sonst wäre ich nicht hier“, sagte er nüchtern. Er rettete das direkte Aus, schaffte das Play-off. Dann kam Paderborn und traf mitten ins Herz.

Was jetzt droht
Die Entlassungsserie beginnt. Hochverdiener wie Wind, Majer oder Eriksen werden gehandelt. Die U21 wird hochgezogen. Die Fans? Sie sangen bis zur 100. Minute, bis Curda das 2:1 erzielte. Danach herrschte Stille im Volkswagen Arena, nur das neue alte Wappen blinkte auf der Anzeigetafel – ein trostloser Trost.
Der VfL ruft zur Einigkeit: „Werk, Stadt, Club – diese Trinität wird entscheidend sein.“ Die Realität sieht anders aus. Die Arena wird halb leer sein, der Etat halbiert. Der Aufstieg ist keine Selbstverständlichkeit, die Konkurrenz in Liga zwei ist brutal.
Wolfsburg muss neu anfangen – und zwar richtig. Die Meister von 2009 sind Geschichte. Jetzt zählt nur, ob sie lernen oder wieder nur pumpen. Die zweite Liga wartet ohne Pardon.
