Almería reicht ein sieg, doch der stolz ist gebrochen

Die UD Almería steht vor dem letzten Heimspiel der Saison und braucht nur drei Punkte, um das Play-off-Ticket sicher in der Tasche zu haben. Was wie ein Selbstläufer klingt, ist in Wahrheit eine Zitterpartie. Denn nach drei Pleiten in Serie ist das Team von Trainer Rubi aus dem Aufstiegsrennen gestolpert und nun auf die Umwege angewiesen.

Von der direkten beförderung zum stolperstein

Vor drei Wochen hätte ein Sieg gegen Racing oder Deportivo Almería direkt in die Primera División katapultiert. Heute reicht es kaum noch für Platz drei. Die Zahlen sind eindeutig: 71 Punkte stehen auf dem Konto, nur einen Zähler vor Málaga und Las Palmas. Dahinter lauern Castellón und Burgos mit je zwei Punkten Rückstand – und dem besseren Torverhältnis gegen die Rojiblancos.

Die Parallele zur letzten Saison liegt auf der Hand. Auch damals benötigte Almería am letzten Spieltag einen Sieg gegen ein abgestiegenes Team – Tenerife –, um das Play-off zu erreichen. Nur dass man damals als Sechster in die K.o.-Runde startete und nun als Dritter zumindest das Rückspiel daheim hätte.

Die sorge vor dem eigenen publikum

Die sorge vor dem eigenen publikum

Im UD Almería Stadium herrscht längst keine Euphorie mehr. Die Fans spüren, dass die Saison an Leichtsinnigkeit scheiterte. Die Frage ist nicht, ob das Team gegen ein schon gerettetes Valladolid gewinnt, sondern ob es die eigene Unsicherheit überwindet. Ein Unentschieden würde reichen – aber nur, wenn Castellón und Burgos patzen. Und das ist keine Rechnung, auf die sich eine Mannschaft verlassen sollte, die einst den direkten Aufstieg in der Hand hatte.

Rubi hat die Woche intensiv genutzt, um die Köpfe freizukriegen. Die Taktik bleibt dieselbe: frühes Pressing, schnelle Kombinationen über die Außen. Doch die Umsetzung hapert. Zu viele Spieler wirken wie nach dem Motto: Hauptsache nichts anbrennen lassen. Das reicht nicht gegen ein Team, das ohne Druck auftritt und nur die eigene Form sucht.

Die letzte chance vor dem knall

Die letzte chance vor dem knall

Verliert Almería, und Castellón sowie Burgos gewinnen, ist die Saison ein Desaster. Dann steht nicht nur das Scheitern im Raum, sondern auch die Frage nach der sportlichen Leitung. Sportdirektor Burgos hatte vor Wochen noch von „Kontrolle über das eigene Schicksal“ gesprochen. Jetzt ist die Kontrolle verloren, und das Schicksal hängt an einem einzigen Nachmittag.

Am Sonntag um 20.30 Uhr trifft der Ball im Stadion auf. 90 Minuten trennen die Mannschaft vom Klassenziel oder vom Absturz. Die Fans werden kommen, aber sie werden nicht singen. Sie werden warten. Und wenn das Tor fällt, wird es laut werden. Denn eines ist klar: Diesmal gibt es kein nächstes Spiel, die Rechnung.