Vfb stuttgart stolpert gegen porto und verspielt heimvorteil

Der Traum vom ersten Viertelfinale seit 1996 ist nach sieben Minuten Irrsinn fast schon geplatzt. Der VfB Stuttgart verlor das Europa-League-Achtelfinale daheim gegen FC Porto mit 1:2, und die Analyse dauert nur so lange wie die beiden Gegentore: 21. und 27. Minute.

60.000 in der Arena, 60.000 plötzlich leise. Die Schwaben kamen wie entfesselt aus der Kabine, pressten hoch, spielten sich aber in nichts Entscheidendes. Porto wartete, schaltete um, traf. Erst die Latte, dann Terem Moffi, dann Rodrigo Mora – alles nach Standardfehlern im Spielaufbau. Die VfB-Defensive wirkte wie ein Kollektiv ohne Kompass, die Mittellinie war ein Schweizer Käse.

Undav rettet die stimmung, aber nur kurz

Undav rettet die stimmung, aber nur kurz

Deniz Undav nagelte den Ball vor der Pause noch zur Hoffnung in die Maschen, doch die zweite Hälfte brachte nur ein abseits gestrichenes Tor von Angelo Stiller und viel Lauf, wenig Durchschlag. Porto zog sich clever zurück, kontrollierte die Räume und ließ Stuttgart gewähren – wie ein Matador, der den Stier schon besiegt hat.

Jetzt droht dem Bundesliga-Vierten in der kommenden Woche im Dragão das gleiche Schicksal wie 1998, als Juventus das Aus schon im Rückspiel besiegelte. Trainer Sebastian Hoeneß hatte vorab gewarnt, dass Porto auch in der Champions League mithalten kann. Seine Mannschaft schenkte den Portugiesen den Beweis auf dem Silbertablett.

Die Bilanz nach 90 Minuten: zwei unnötige Gegentore, eine verschossene Chance auf Heimvorteil, 28 Jahre Warten auf ein Viertelfinale werden wohl um mindestens ein weiteres Jahr verlängert. Das Rückspiel ist keine Mission, es ist eine Rechnung offener Fehler.