Vfb stuttgart feuert heiko gerber – aufstieg in die frauen-bundesliga wackelt
Der VfB Stuttgart hat am Dienstagabend die Reißleine gezogen: Heiko Gerber muss sofort die Frauen-Mannschaft verlassen. Die 2:4-Niederlage gegen Mainz 05 war nur der vorläufige Tiefpunkt einer Talfahrt, die den Aufstieg in die Bundesliga plötzlich in Gefahr bringt.
Die entscheidung fiel nach internen krisentreffen
„Wir haben die Formkurve der letzten Monate analysiert“, sagt Sascha Glass, General Manager VfB-Frauenfußball, in einer knappen Pressemitteilung. Code für: Die Punkteausbeute seit Winterpause war ein Desaster. Drei Niederlagen in den letzten fünf Spielen – das reicht nicht für die erhoffte Meisterschaft. Stuttgart rutschte auf Platz zwei ab, nur drei Punkte vor dem SV Meppen. Die Saison ist noch lang, aber die Nerven liegen blank.
Gerber galt eigentlich als Identifikationsfigur. 174 Pflichtspiele als Spieler, danach 13 Jahre Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum. Als er 2022 die Frauen übernahm, war der Plan klar: Oberliga, Regionalliga, Zweite Liga – und dann Bundesliga. Der Aufstieg 2025 schien die halbe Miete. Doch der Sprint zur Zielgerade wird zur Achterbahn.

Interne kritik an mangelnder reaktionsfreude
Was intern kritisiert wurde: Gerber habe auf die drohende Talfahrt zu spät reagiert. Die Defensive ist seit Februar ein Sieb, 14 Gegentore in vier Spielen sprechen Bände. Die Mannschaft wirkte in Mainz wie gelähnt, obwohl vor 3.800 Zuschauerinnen ein Rekordpublikum die Arena bebte. Statt Tabellenführer zu bleiben, kassierte Stuttgart die zweite Heimniederlage binnen drei Wochen.
Der Verein hält sich mit Details zurück. „Neuer Input“ sei nötig, heißt es. Das ist Manager-Sprech für: Wir wollen frisches Gesicht, neue Stimme, andere Handlange. Glass verspricht „zeitnah“ eine Entscheidung über die Nachfolge. Intern kursieren zwei Namen: Eine interne Lösung mit Co-Trainerin Lisa Ebert, oder ein externer Quereinsteiger mit Bundesliga-Erfahrung. Bis zum Top-Spiel bei der SG 99 Andernach am Sonntag muss klare Kursrichtung herrschen.

Die saison steht auf messers schneide
Die Verantwortlichen wissen: Verpasst Stuttgart den Aufstieg, droht der Kader auseinanderzubrechen. Talente wie Lena Wieder und Nina Lange haben Bundesliga-Angebote in der Tasche. Die Sponsoren drängen. Und der Vorstand will 2027 mit beiden Profi-Teams in der Bundesliga stehen. Die Frauen waren dafür das Aushängeschild. Jetzt ist das Projekt ins Wanken geraten.
Gerber selbst bleibt im Verein, soll aber vorerst keine sportliche Rolle übernehmen. Für den Ex-Spieler ein schmerzhafter Abstieg aus dem Scheinwerferlicht. Für den VfB Stuttgart ein Schritt ins Ungewisse – mit nur fünf Spielen, um den Traum vom Bundesliga-Aufstieg doch noch zu retten.
