Deutschland gegen die schweiz: der klassiker, der nie langweilt

Am Sonntag treffen sie wieder aufeinander – und wieder ist mehr dran als drei Punkte. Die Schweiz hat Deutschland bei WM und EM schon öfter die Stirn geboten, als mancher denkt. Ein Blick zurück lohnt, bevor in Basel der nächste Schlag fällt.

1966 Bis 2024: die schweiz war nie ein beifahrer

Erinnern wir uns: 1966 in Sheffield, 5:0 für die DFB-Elf – damals glaubte noch jeder an ein Erbverhältnis. Doch schon 1992 in Stuttgart wurde es ungemütlich, als die Eidgenossen mit 1:0 gewannen und sich die ersten Fragen nach der ewigen Dominanz auftauchten. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, aber sie lautete: „Nur kurz.“ Denn die Schweiz schaffte es immer wieder, Deutschland aus der Reserve zu locken.

Die 3:3-Pleite von Basel 2012 war so ein Tag, an dem Bundestrainer Löw jahrelang zurückgedacht hat. Drei Mal führte die DFB-Elf, dreimal glich die Schweiz aus – und das mit einer Mannschaft, die vorher niemand auf dem Zettel hatte. Granit Xhaka, damals 19, spielte sich in die Köpfe der deutschen Scoutings und spätestens da war klar: Der Nachbar ist kein Sparring-Partner mehr.

Strafstoß-drama in lille und das 1:1, das reichte

Strafstoß-drama in lille und das 1:1, das reichte

2016, EM-Auftakt, Lille. 1:1 – wieder ein Remis, wieder ein Grummeln. Draxler traf früh, Mehmedi spätestens zur Pause. Die deutsche Presse sprach von „Abrutschen“, die Schweizer Medien jubelten über „Aufstand“. Die Wahrheit lag irgendwo dazwischen, aber sie hatte Folgen: Deutschland musste fortan rechnen, die Schweiz durfte träumen.

Und dann 2024, letztes Jahr, Freundschaftsspiel in Köln. 1:1 erneut, diesmal mit dem jungen Moukoko im Sturmzentrum und mit Yann Sommer, der acht Paraden hinlegte und anschließend sagte: „Wir spielen nicht mehr nur gegen Deutschland, wir spielen mit.“ Eine kleine, aber gewaltige Semantik.

Warum der 25. märz 2026 trotzdem anders riecht

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Die Schweiz steht vor der WM 2026 als Top-16-Team fixiert, Deutschland muss in der Gruppenphase erstmals seit 2018 wieder beweisen, dass es nicht nur Namen hat, sondern auch Spiele gewinnt. Trainer Nagelsmann testet gegen Murat Yakin keine Systemfragen mehr, er testet Charakter. Beide Teams kennen sich inzwischen so gut, dass sich die Taktikboards gegenseitig auswendig aufsagen könnten. Entscheidend wird sein, wer die Nerven behält, wenn nach 60 Minuten die Beine schwer werden.

Die Bilanz? 52 Duelle, 35 Siege für Deutschland, 9 für die Schweiz – klingt nach Routine. Aber die letzten fünf Spiele endeten dreimal Remis, einmal Sieg Schweiz, einmal Deutschland. Die Statistik lügt nicht, sie erzählt nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte steht am Sonntag in Basel auf dem Platz.

Stefan Fischer, TSV Pelkum Sportwelt