Vernon räumt ab, godon zittert – vor der hölle von pal
Ethan Vernon schlug zu, als die Großen noch tief in den Pedalen stocherten. Der Brite von NSN Cycling nahm sich die verkürzte vierte Etappe der Volta a Catalunya einfach – und dem Rest das Maul.
Godon spart, pidcock knabbert
Das Rennen endete auf 151 Kilometern statt auf 2000 Metern. Sturmböen hatten die Zielrampe auf den Vallter gestrichen, also ging es nach Camprodón – und genau dort sprintete Vernon sich mit 25 Jahren in die nächste Karrierefahrkarte. Hinter ihm: Dorian Godon, der Gelbe, dessen Ineos-Trikot noch staubtrocken blieb. Thomas Pidcock fuhr auf Rang drei, schon wieder zwei Sekunden näher an Godon heran. Die Differenz: 13 Sekunden. Das klingt nach Sicherheit, ist es aber nicht.
Remco Evenepoel atmet dem Franzosen in 14 Sekunden ins Genick. Jonas Vingegaard liegt bei 24 Sekunden, was bei ihm so viel bedeutet wie „noch vor dem Frühstück versenkt“. Freitag kommt die Königsetappe: 155,3 Kilometer, 4.500 Höhenmeter, Schlussanstieg Coll de Pal – 16,5 Kilometer lang, 7,2 Prozent durchschnittlich. Wer da noch Zucker im Tank hat, war heute ein Feigling.

Florian lipowitz muss liefern – und mit evenepoel paktieren
Erstmals steht der deutsche Shootingstar Florian Lipowitz mit Evenepoel im selben Dress vor einer Mehrtages-Montagne. Red Bull-Bora-hansgrohe hat zwei Kapitäne, nur einen Thron. Die Frage ist nicht, wer stärker ist, sondern wer klüger wartet. Die Wetterkarte verspricht Wind aus gleicher Richtung wie heute – nur dass die Berge nicht aus dem Programm fliegen.
Godon muss morgen nicht gewinnen, er muss nur nicht verlieren. Pidcock muss attackieren, Evenepoel muss reagieren, Vingegaard muss zündeln. Und Vernon? Der kann morgen wieder in der Gruppe lachen – mit einem Etappensieg im Gepäck und dem Wissen, dass die Großen heute nicht mal seine Hinterradnabe sahen.
Die Königsetappe beginnt um 11:30 Uhr in Ripoll. Wer um 16:00 Uhr noch oben ankommt, trägt entwader das Gelb – oder die Schmach. Katalonien wartet mit offener Schere.
