Vermin fällt aus – berns top-scorer fehlt im showdown gegen fribourg
Joel Vermin bleibt in der Kabine. Kein Training, kein Video, kein Spiel. Der Top-Scorer des SC Bern steht mit einem schmerzenden Knie da, und die Zeit läuft gegen ihn. Genau 48 Stunden vor dem letzten Hauptrundenkampf gegen Fribourg-Gottéron fehlt der Mann, der in dieser Saison 25 Tore gemacht hat – ein Ausfall, der die Playoff-Pläne der Berner durcheinanderwirbelt.
Miles müllers check wirft schatten auf den schlusskampf
Der Schuldige? Ein Körpercheck von Miles Müller im Spiel gegen Ambri. Müllers Knie traf Vermins Bein, das Bild ging durch die Liga. Kein Penalty, keine Nachspielzeit, aber jetzt die Quittung: Vermin kann nicht laufen, die Ärzte sprechen von einer „Kapselreizung“, was immer das heißt. Fakt ist: Er fehlt heute Abend in der PostFinance-Arena. Und er ist nicht allein. Tristan Scherwey liegt immer noch flach, das Virus hat ihn seit Tagen im Griff. Bern spielt ohne seine zwei schnellsten Rechtsaußen – gegen ein Team, das selbst auf zwei Schlüsselspieler verzichten muss.
Fribourg reist ohne Andrea Glauser und Lucas Wallmark an. Glauser hatte sich das Sprunggelenk verdreht, Wallmark zog sich eine Rippenprellung zu. Trainer Hans Kossmann sprach von „unterschiedlichen Schmerzstufen“, was im Klartext heißt: Beide können nicht einmal Schlittschuh laufen. Für die Gottéron-Fans ist das ein Déjà-vu: In den letzten drei Jahren verloren sie jeden Februar zwei Stammkräfte – und schlitterten danach aus den Playoffs.

Ajoie bangt mit nur vier importspielern um den klassenerhalt
Der HC Ajoie steht vor dem Horror-Wochenende. Die Jurassier treffen im letzten Spiel vor den Playouts auf Ambri, aber sie dürfen nur vier statt fünf Ausländer aufs Eis schicken. Die Liga bestätigte das Limit wegen eines Verstoßes gegen die Lizenzen. Trainer Kevin Schäfer scherzte trocken: „Wir spielen mit vier Sturmreihen und viel Herz.“ Dahinter steckt die Angst, erneut in die Barrage zu müssen – und diesmal könnte der Abstieg real werden.
Die Zahlen sind hart: Ajoie kassierte in den letzten fünf Spielen 21 Gegentore, die Torquote liegt bei 73 Prozent – schlechtester Wert der Liga. Gegen Ambri, das seit sieben Partien ungeschlagen ist, fehlt jedes Prozent an Chancen. Schäfer wird seine Reihen umbauen, wahrscheinlich spielt Junior Jan Krähenbühl neben den Importstars. Die Frage ist nur: Reicht Herz gegen ein Team, das noch um Heimrecht in der ersten Playoff-Runde kämpft?
Heute Abend um 19:45 Uhr geht die Regular Season zu Ende. Zehn Spiele, zehn Geschichten. Bern will die Tabellenführung verteidigen, Fribourg den dritten Platz sichern. In Davos geht es für Biel um den letzten Playoff-Ticket, in Genf um die letzte Hoffnung auf Heimrecht. Und in Ajoie? Da geht es ums pure Überleben. Die Uhr tickt – und mit jedem Schlag verlieren die Verletzten einen Tag. Für Vermin, Glauser, Wallmark und Co. beginnt die Saisonpause früher als geplant. Die anderen müssen ohne sie weitermachen. So hart ist das Geschäft, so klar das Urteil: Wer nicht laufen kann, fliegt raus. Punkt.
