Verl feiert historischen sieg – verletzungssorgen trüben die freude
Ein doppelter Vereinsrekord, ein wichtiger Sieg im Aufstiegskampf – eigentlich Grund zur großen Freude für den SC Verl. Doch der 2:0-Heimerfolg gegen die Viktoria Köln war überschattet von einer besorgniserregenden Verletzung von Schlüsselspieler Timur Gayret. Die Sportclub-Arena tobte zwar, doch die Begeisterung wurde deutlich gebremst.

Verl schreibt geschichte – mit einem bitteren nachgeschmack
16 Saison-Siege und insgesamt 58 Punkte – so viele hatte der SC Verl in der 3. Liga noch nie zuvor erreicht. Ein historischer Moment, der eigentlich gefeiert werden sollte. Doch der Abend nahm eine unerwartete Wendung, als sich Timur Gayret, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, schwer am Knie verletzte. Schon zur Halbzeitpause war die Stimmung im Team gedrückt. Nicht, weil es torlos stand, sondern wegen der Verletzung des Leistungsträgers.
Der Vorfall ereignete sich in der 38. Minute, als Gayret in einem Zweikampf mit Taylan Duman unglücklich hängen blieb. Die minutenlange Behandlung auf dem Feld ließ wenig Gutes erahnen. Gegenspieler Duman zeigte sich sichtlich erschrocken und forderte umgehend medizinische Hilfe. „Ich glaube, es sieht nicht gut aus“, äußerte sich Cheftrainer Tobias Strobl nach dem Spiel bei MagentaSport, ohne jedoch konkrete Details preisgeben zu wollen. Sollte sich die Verletzung als langwierig erweisen, wird auch der SC Paderborn, der Gayret bereits für die nächste Saison verpflichtet hat, enttäuscht sein.
Neben Gayret musste auch Joshua Eze in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt den Platz verlassen. Seine Verletzung am Oberschenkel war zwar weniger schwerwiegend, doch die Doppelbelastung der Verletzungen im Mittelfeld stellt den Trainer vor eine große Herausforderung.
Doch das Team zeigte Charakter. Angetrieben von Strobls Ansprache in der Halbzeitpause, der sagte: „Das kann für eine Gruppe ein Schlüsselmoment sein“, präsentierte sich Verl nach dem Seitenwechsel mit neuem Schwung. Jonas Arweiler sorgte mit einem Doppelpack für die Entscheidung und den wichtigen Sieg.
Die verbleibenden Spiele gegen den Tabellenführer VfL Osnabrück, Havelse, Essen und 1860 München werden nun eine besondere Bewährungsprobe. Die Personallage mag schwierig sein, doch wie Strobl betont, kann sie auch eine zusätzliche Motivation für die Mannschaft sein. Denn in solchen Momenten gilt es, füreinander da zu sein und die Herausforderung anzunehmen.
Während sich der VfL Osnabrück nur ein 0:0 in Schweinfurt sicherte und Cottbus gegen Essen spielte, was den Punktverlust für beide Teams bedeutet, hat Verl die Chance, den Aufstiegskampf weiter zu intensivieren. Und so bleibt die Frage: Kann der SC Verl die entstandene Situation nutzen und mit neuer Energie die letzten Saisonwochen meistern?
