Var-schiedsrichter evans: unabsichtliches gestürze in kontroverse
Die Fußballwelt steht Kopf: Shaun Evans, der australische Videoassistent bei der WM 2026, geriet in einen Sturm der Kritik, nachdem ihm ein Handzeichen zugeschrieben wurde, das an Symbole der Rechtsextremen erinnern soll. Nun meldet sich Evans selbst zu Wort – und die FIFA hat eine überraschende Entscheidung getroffen.
Die erklärung des schiedsrichters: ein unbewusster reflex
Evans beteuert vehement, dass das besagte Handzeichen, das während der Übertragung des Spiels zwischen Deutschland und Curazao aufgezeichnet wurde, keinerlei bewusste oder absichtliche Bedeutung hatte. „Ich möchte klarstellen, dass ich weder bewusst noch absichtlich ein Handzeichen oder Symbol gesetzt habe, um eine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung irgendeiner Art zu vermitteln“, so Evans in einer Stellungnahme, die von der FIFA verbreitet wurde. Er führt an, dass es sich lediglich um eine „unfreiwillige und unbewusste Bewegung“ gehandelt habe, auf die er zu diesem Zeitpunkt nicht geachtet habe. Ein Detail, das die Sache noch verkompliziert: Wie er hinzufügt, wiederholte er diese Bewegung im Laufe des Spiels mehrfach, während er einen Stift zwischen den Fingern hielt.
Die Kontroverse entfachte, als Kameras das VAR-Team filmten und Evans das fragliche Zeichen formte. Dieses Symbol, das in den letzten Jahren in bestimmten Kreisen von Rechtsextremen verwendet wurde, besitzt natürlich auch gebräuchliche Bedeutungen jenseits politischer Konnotationen. Die Assoziation mit dem Urteil gegen den Attentäter von Christchurch, der bei seinem ersten Auftritt vor Gericht ein ähnliches Zeichen zeigte, hat die Debatte zusätzlich angeheizt.
Die Organisation „Fare – Fußball gegen Rassismus in Europa“ forderte zunächst Evans’ Ausschluss aus dem Turnier, da das Zeichen ihrer Ansicht nach an Symbole supremacistischer Bewegungen erinnere. Doch die FIFA hat nun anders entschieden.

Die fifa-entscheidung: keine beweise für fehlverhalten
Nach eingehender Prüfung durch das unabhängige Disziplinarkomitee der FIFA konnte kein Verstoß gegen den Disziplinarcode festgestellt werden. „Es wurden keine Beweise gefunden, dass ein Verstoß gegen den FIFA-Disziplinarcode vorliegt. Das Disziplinarkomitee hat auch die Erklärung von Evans zur Kenntnis genommen“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der FIFA. Demnach wird Evans weiterhin seine Funktionen im Schiedsrichterteam der WM 2026 ausüben.
Shaun Evans, 38 Jahre alt, gehört zu den erfahrensten Schiedsrichtern Australiens und ist seit 2012 FIFA-Schiedsrichter. Er leitete bereits Partien der A-League, AFC-Wettbewerbe und Länderspiele, darunter auch die Asiatische Fußballmeisterschaft. Dies ist seine zweite WM-Teilnahme, wenn auch in dieser Ausgabe im VAR-Team, das aus 30 ausgewählten Spezialisten besteht.
Das Urteil der FIFA mag Evans freisprechen, doch der Imageschaden ist immens. Die Frage, ob ein solches unbedachtes Handzeichen, selbst wenn unbeabsichtigt, die Integrität des Fußballs gefährden kann, bleibt bestehen. Die öffentliche Wahrnehmung ist entscheidend – und Evans’ Reputation wird es schwer haben, von dieser Kontroverse vollständig Abstand zu nehmen.
