Varfolomeev vor em: "ich bin plötzlich eine der ältesten"
Varna, Bulgarien – Die Europameisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik beginnt am heutigen Donnerstag. Für Darja Varfolomeev, deutsche Hoffnungsträgerin und frischgebackene Olympiasiegerin, ist es ein erster wichtiger Testlauf vor dem Saisonhöhepunkt, der Heim-Weltmeisterschaft im August in Frankfurt. Doch die 19-Jährige fühlt sich in der Konkurrenz plötzlich anders – älter, reifer, mit einer neuen Perspektive.
Neuer modus, neue herausforderungen
Die EM in Varna ist nicht nur der erste internationale Wettbewerb seit der Aufhebung der Sanktionen gegen russische und belarussische Gymnastinnen, sondern bringt auch eine wichtige Änderung im Modus mit sich. Im Mehrkampf-Finale werden nicht alle 20 qualifizierten Gymnastinnen bis zum Ende turnten. Nach Reifen und Ball wird das Feld drastisch reduziert, nur die Top Ten dürfen mit Keulen und Band weiterwirken. Ein taktisches Element, das die Strategie der Athletinnen neu definiert.
Darja Varfolomeev, die in der Vergangenheit als jüngste Gymnastin bereits zahlreiche Erfolge feierte, muss sich nun an diese neue Dynamik anpassen. "Es ist schon komisch, plötzlich bin ich eine der Ältesten im Feld," schmunzelt sie im Vorfeld des Wettbewerbs. "Aber ich sehe darin auch eine Chance, meine Erfahrung auszuspielen und mich taktisch klüger zu verhalten."

Deutsche hoffnungen im einzel und team
Neben Varfolomeev setzen die deutschen Fans auch auf Viktoria Steinfeld und Lada Pusch im Einzelwettbewerb. Steinfeld zeigte zuletzt beim World Challenge Cup in Portimao eine vielversprechende Leistung, während Pusch bei den vergangenen Europameisterschaften bereits ein Finale erreicht hat. Die deutsche Nationalgruppe mit Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken, Anna-Maria Shatokhin, Emilia Wickert und Alisa Datsenko will ebenfalls für Furore sorgen.
Die Übertragung der Wettkämpfe erfolgt live im SWR Sport. Am Samstag, 30. Mai, ab 10 Uhr das Mehrkampffinale, am Sonntag, 31. Mai, ab 12 Uhr die Einzelgerätefinals. Die Zuschauer können die Spannung hautnah miterleben und die deutschen Athletinnen anfeuern. Die Aufhebung der Sanktionen und der neue Modus machen diese EM zu einem besonders spannenden Ereignis.
Die Augen der Sportwelt sind auf Varna gerichtet. Ob Varfolomeev und das deutsche Team ihre Ambitionen verwirklichen können, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die EM in der Rhythmischen Sportgymnastik verspricht packende Wettkämpfe und unvergessliche Momente.
