Var-debakel in ghana: queiroz schießt gegen fifa-system

Ein Schatten des verlorenen WM-Spiels gegen England hängt weiterhin über Ghana. Trainer Carlos Queiroz hat eine vernichtende Breitseite gegen die Anwendung des Videoassistenten (VAR) abgegeben und die FIFA zur umfassenden Überprüfung aufgefordert. Die Enttäuschung ist greifbar: Ghana steht kurz vor dem Ausscheiden und sieht sich ungerecht behandelt.

Die bittere pille des nicht gegebenen elfmeters

Der portugiesische Coach ließ seiner Frustration im Vorfeld des entscheidenden Gruppenspiels gegen Kroatien am Samstag (23:00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) freien Lauf. „Der VAR wurde 2016 eingeführt, kam 2018 erstmals bei einer WM zum Einsatz. Und es gibt keine Entschuldigung, keinen Grund, warum er nicht besser ist“, erklärte Queiroz mit Nachdruck. Sein Unmut resultiert aus der strittigen Szene im Spiel gegen England (0:0), in der der ghanaische Stürmer Prince Adu im Strafraum von Ezri Konsa zu Boden gebracht wurde, der Elfmeter aber nicht gegeben wurde.

Die Situation verschärft sich, da Queiroz betonte: „Wir hätten eigentlich mit sechs Punkten schon qualifiziert sein müssen.“ Er zeigte sich überzeugt, dass seine Mannschaft im Elfmeterschießen durchaus konkurrenzfähig wäre, deutete aber an, dass der VAR die Chancengleichheit massiv beeinträchtigt. „Der VAR soll den Schiedsrichtern helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das ist in diesem Spiel nicht geschehen und muss sich in den kommenden Jahren verbessern“, so der erfahrene Trainer.

Spieler fordern mehr druck auf die schiedsrichter

Spieler fordern mehr druck auf die schiedsrichter

Die Kritik beschränkt sich nicht nur auf das Trainerteam. Auch Starspieler Antonie Semenyo von Manchester City äußerte sich zu der Thematik. „Die Spieler müssen den Schiedsrichter bedrängen, um sich zu beschweren. Wir müssen gegenüber den Schiedsrichtern aggressiver auftreten und länger bei ihnen bleiben“, forderte er. Die Spieler sehen sich gezwungen, selbst aktiv zu werden, um Fehlentscheidungen zu korrigieren – ein Zeichen der wachsenden Frustration über die mangelnde Effizienz des VAR-Systems.

Die FIFA steht nun vor der Herausforderung, die Kritik ernst zu nehmen und die Funktionsweise des VAR zu überprüfen. Denn die Glaubwürdigkeit des Systems und des gesamten Wettbewerbs steht auf dem Spiel. Die ghanaische Nationalmannschaft hat sich in eine Situation manövriert, in der sie nicht nur sportlich, sondern auch rechtlich kämpfen muss. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die FIFA auf die Forderungen reagiert und das VAR-System verbessert.