Van der poel wird gestellt, doch belgien jubelt – philipsen räumt in wevelgem ab

36 Kilometer vor dem Ziel noch sah es nach dem nächsten Solo-Coup aus, doch Mathieu van der Poel traf diesmal auf einen Rivalen, der nicht locker ließ: Wout van Aert klebte sich an seinem Hinterrad, die beiden jagten über den Kemmelberg, doch der Rückhalt blieb aus. Ein Kilometer vor dem Ziel schluckte das Feld das Duo, und plötzlich war die Bühne für Jasper Philipsen frei.

Der sprint, der van aerts rekord einfängt

Der sprint, der van aerts rekord einfängt

Philipsen setzte sich in Wevelgem durch, verwies Tobias Lund Andresen und Christophe Laporte auf die Plätze, und schon stand fest: Zum ersten Mal seit 2021 gewinnt wieder ein Belgier das Traditionsrennen. Für Alpecin-Premier Tech ist es der 60. WorldTour-Sieg – und damit gleichziehen mit van der Poels Palmares. Der 28-jährige Antwerpener ließ sich Sekt in die Haare spritzen, während van der Poel und van Aert sich im Ziel in die Arme fielen – verschwitzte Kumpane, die eben noch Marker waren.

Die deutschen Fahrer blieben unerwähnt. Kein Fahrer aus dem BDR-Kader schaffte es ins Finale, und so blieb die Aufmerksamkeit ganz den Niederlanden und Belgien überlassen. Van der Poel hatte am Freitag das E3 Saxo Classic dominiert, nun folgt die Ernüchterung – 240,8 Kilometer lang, aber am Ende nur eine Armlänge fehlend, um die Entscheidung zu treffen.

Die Saison geht weiter. Am Sonntag steigt die Ronde van Vlaanderen, eine Woche später Paris-Roubaix. Beide Male wird Tadej Pogačar dabei sein – und van der Poel wird wissen, dass er diesmal nicht nur van Aert abschütteln muss, sondern auch die Uhr. Die Kopfsteinpflaster-Saison bleibt offen, aber die Niederlage in Wevelgem nagt. Philipsen jedenfalls kann feiern: Er fuhr nicht nur schneller als alle anderen – er fuhr auch in die Geschichtsbücher.