Van aert: rückschlag in den alpen wirft fragen auf

Perreux – Wout van Aert, der gefeierte Sieger von Paris-Roubaix, musste bei seinem Comeback im Mannschaftszeitfahren der Tour Auvergne-Rhône-Alpes einen deutlichen Dämpfer verkassen. Das Team Visma-Lease a Bike dominierte zwar letztendlich das Rennen gegen die Uhr, doch van Aerts Leistung war weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und wirft nun Fragen vor dem Blick auf die Tour de France auf.

Frühe probleme im zeitfahren

Schon nach acht Kilometern des 28,4 Kilometer langen Zeitfahrens musste der Belgier seine Teamkollegen ziehen lassen. „Am ersten Anstieg war es sofort zu schnell für mich. Im Mannschaftszeitfahren gibt es kaum etwas zu verbergen“, gab van Aert unumwunden gegenüber Sporza zu. Ein früher Defekt von Ben Tulett und die frühe Aufgabe des Belgiers stellten das Visma-Team vor Herausforderungen, die sie jedoch mit Bravour meisterten und mit neun Sekunden Vorsprung auf Netcompany-Ineos gewannen.

Die gemischten Gefühle auf dem Podium waren ihm anzusehen. „Es ist schön, mit meinen Teamkollegen auf dem Podium zu stehen, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich viel beitragen konnte“, offenbarte van Aert.

Form-fragezeichen vor der tour

Form-fragezeichen vor der tour

Der 31-Jährige, der erst vor kurzem in der „Hölle des Nordens“ Tadej Pogacar bezwang, bestritt seitdem nur ein Gravel-Rennen. Die Tour Auvergne-Rhône-Alpes diente ihm eigentlich als Formaufbau für die Tour de France, doch die heutige Leistung nährt Zweifel an seiner Fitness. Er hatte gehofft, die hügelige Landschaft würde ihm entgegenkommen, doch die Realität sah anders aus.

„Ich hatte eine schwierige Woche erwartet, aber ich dachte, ich wäre schon weiter“, erklärte van Aert enttäuscht. „Jeder Tag ist nur eine Momentaufnahme, und heute war kein guter Tag. Man rechnet damit nicht, aber wir müssen ruhig bleiben und das Richtige tun. Es macht keinen Spaß.“ Das Visma-Team, angeführt von Matteo Jorgenson, befindet sich zwar in einer aussichtsreichen Position, doch van Aerts Form-Fragezeichen sind ein dunkler Fleck am ansonsten strahlenden Bild. Jorgenson liegt lediglich 15 Sekunden hinter Alex Baudin, dem Mann im Gelben Trikot, und nur drei Sekunden hinter dem Ineos-Duo Kevin Vauquelin und Oscar Onley – eine solide Grundlage für die kommenden Etappen.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob van Aert seine Formkurve noch anpassen kann, oder ob das Team Visma-Lease a Bike ohne seine Unterstützung eine schwere Nuss knacken muss.