Valgren beendet 4,5-jahre-flaute und schlägt in mombaroccio zu

Endlich wieder ganz vorne: Michael Valgren krönte einen Tag voller Attacke mit seinem ersten Sieg seit 1 642 Tagen und schickt Tirreno-Adriatico in Richtung Apennin.

Der däne zog allein, zimmermann musste kapitulieren

184 Kilometer, sechs Stunden Vollgas – und am Ende stand ein Einzelkämpfer. Valgren löste sich auf den letzten Wellen der Marken-Abbruchkante von Julian Alaphilippe, schaffte die 11 Sekunden, die er zum Schluss brauchte, und schrie seine Erleichterung in die italienische Frühlingsluft. Die Zahlen: 37 km/h Durchschnitt, 1 400 Höhenmeter, ein Vorsprung von elf Sekunden auf Isaac del Toro und Matteo Jorgenson.

Georg Zimmermann hatte die deutschen Hoffnungen bis 40 Kilometer vor dem Ziel am Leben erhalten. Der Lotto-ds-Meister fuhr sich in die Ausreißergruppe, attackierte auf dem Valdelsasso, musste aber mit 1:58 Minuten Rückstand als 24. ins Ziel rollen. Bestplatzierter Deutscher – und dennoch schon fünf Minuten hinter dem Favoritenfeld.

Valgren selbst hatte die Rechnung offen. Seit seinem Amstel-Gold-Sieg 2018 wartete der 32-Jährige auf diesen Moment. „Wir haben den ganzen Tag Gas gegeben, meine Beine waren super, und dann kam noch das nötige Quentchen Glück“, sagte er mit Blick auf das Bild seiner neugeborenen Tochter, die er auf dem Handy trägt. „Dieser Sieg ist für sie.“

Del toro übernimmt das blaue, sassotetto droht

Del toro übernimmt das blaue, sassotetto droht

Die Gesamtwertung hat einen neuen Boss: Mexikos Isaac del Toro liegt 13 Sekunden vor Giulio Pellizzari, 23 vor Jorgenson. Für Samstag kündigt sich der erste echte Selektierer an: 188 Kilometer nach Camerino, Schlussanstieg Sassotetto mit durchschnittlich 12,4 Prozent im letzten Kilometer. Wer dort zittert, verliert die Adria-Woche.

Valgren wird nicht mehr mitmischen – sein Etappenziel hat er erreicht. Aber er hat der Tirreno den Funken zurückgegeben, der sie von der langweiligen Kontrollfahrt zur Jagd macht. Und er hat sich selbst ein Stück Selbstvertrauen erobert, das vier Jahre lang unterwegs war.