Valencia basket versenkt sich selbst: 22 ballverluste kosten zweifache verlängerung-sieg
Ein Krimi mit offenem Ende, zwei Male Extra-Time – und am Ende steht Valencia Basket mit leeren Händen da. 110:104 unterliegt der Klub im Belgrad-Basketball-Kessel gegen Partizan Mozzart Bet, weil er die simple Regel vergaß: Wer den Ball nicht behält, verliert. 22 Mal rollte das Leder den Taronja aus der Hand, das ist kein Ausrutscher, das ist Kollektiv-Blackout.
Sterling brown und carlik jones schreiben das drehbuch
Die Serben feierten ihre Helden, aber eigentlich lieferte Valencia das Skript. Brown (31 Punkte) und Jones (27) erzielten 58 der 110 Punkte – mehr als die Hälfte des Gesamt-Scores. Ein Duo, das die Defensiv-Reihen Spaniens wie Pappkameraden auseinanderzog. Kameron Taylor stemmte sich mit 22 Zählern dagegen, vergab aber in der zweiten Verlängerung die Führung vom Freiwurf. Die Zahlen liegen auf dem Parkett wie Splitter: 22 Turnovers, 41 Prozent Feldwurfquote, nur drei erzwungene Ballgewinne im vierten Viertel.
Die erste Hälfte war ein Lehrstück darüber, wie schnell Selbstvertrauen vergammelt. Pedro Martínez nahm eine Auszeit, nachdem seine Mannschaft dreimal in den ersten fünf Minuten den Ball verschenkte – und prompt passierte es wieder. Partizan nutzte jeden Schnitzer sofort; die 17-Punkte-Führung von Valencia (24:41) war nach dem Seitenwechsel nur noch Erinnerung. Joan Peñarroya schaltete die Defense auf „Full-Court-Press“, und plötzlich war jedes Dribbling ein Abenteuer.

Doppel-ot verfeuert letzte kräfte
Im ersten Extra-Time-Zehn packte Darius Thompson den Mut, legte ein 2+1 hin, schien das Spiel zu killen. Doch Carlik Jones antwortete mit fünf Punkten in 19 Sekunden – ein Dreier, der das Stadion zum Kochen brachte. Die Uhr tickte, Omari Moore vergab den letzten Wurf. Zweite Verlängerung. Die Beine schwer wie Blei, die Köpfe leer. Partizan traf, Valencia nicht. Ein Dreier von Brown 35 Sekunden vor Schluss besiegelte das 110:104. Das war keine Glanzleistung der Gastgeber, es war ein Geschenk.
Valencia bleibt Tabellenvierter, weil Hapoel Tel Aviv in Vitoria verlor. Ein Trost? Kaum. Denn die nächsten Gegne lauern – und mit diesem Ballverlust-Tempo reicht kein fremdes Patzer-Patent. Wer 22 Mal ins Schwanken gerät, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende auf dem Boden liegt.
