Valencia bangt um die liga: corberán gesteht klare defizite
Ein gedrückter Carlos Corberán trat nach der deutlichen 0:2-Niederlage gegen Atlético Madrid vor die Presse – und räumte offen ein, dass sein Valencia gegen eine überlegene Mannschaft keine Chance hatte. Der Abstiegskampf spitzt sich zu, und die Unruhe in der Kurve ist spürbar, doch Corberán versucht, Ruhe zu bewahren, obwohl ihm selbst die fehlende Spielstärke am meisten zu schaffen macht.
Die analyse: kein zugriff auf atlético
„Es war ein schlechtes Spiel“, konstatierte Corberán ohne Umschweife. „Wir haben nicht die Partie kontrollieren können, keine Torgefahr erzeugt. Ramazani hatte unsere einzige nennenswerte Chance. Wir waren nicht in der Lage, Atlético zu gefährden oder ihnen Paroli zu bieten – wir haben uns im Laufe der Minuten immer weiter zurückgezogen.“ Die Erkenntnis ist brutal: Valencia fand kein Mittel gegen das gefürchtete Pressing der Rojiblancos.
Taktische Probleme überwiegen: „Atlético hat uns im Spiel und in der Entschlossenheit übertroffen. Wir haben es versäumt, im Raum anzuspielen, stattdessen haben wir uns auf das Passspiel konzentriert. Es war eher ein taktisches Problem als ein Problem der Einstellung“, erklärte der Trainer. Die fehlende Flexibilität und die mangelnde Fähigkeit, das Spiel zu öffnen, fielen ihm und dem Team schwer.
Die Pfiffe der Fans, die ihm während des Spiels entgegenschallten, kommentierte Corberán gelassen: „Ich verstehe die Frustration, aber mein Fokus liegt darauf, das Ruder herumzureißen und positive Situationen zu schaffen. Es tut mir mehr leid, dass wir kein ansprechendes Spiel abliefern konnten, als die Kritik zu hören.“ Die Worte zeigen den Druck, der auf dem Coach lastet.

Abstiegssorgen und die frage nach der zukunft
Corberán betonte, dass 39 Punkte in dieser Saison wahrscheinlich nicht ausreichen werden, um den Klassenerhalt zu sichern. „Wir müssen mehr Punkte holen“, mahnte er. Die Konzentration auf die kommenden Spiele sei nun entscheidend, auch wenn die Zweifel wachsen. Die Frage, ob der Verein weiterhin zu ihm hält, beantwortete er ausweichend: „Es geht nicht darum, was ich von den Spielern verlange, sondern darum, dass sie das Spiel verstehen und die Pressingfalle von Atlético nicht überwinden konnten.“
Ein Wechsel auf der Bank könnte die Situation nicht unbedingt verbessern. Die Verantwortung liegt weiterhin bei Corberán, der sich aber auf die Mannschaft konzentriert: „Es geht um Valencia, nicht um Carlos Corberán.“ Die eingewechselten Spieler konnten ebenfalls nicht den gewünschten Effekt erzielen. Der Versuch, die linke Seite zu verstärken, scheiterte an einem frühen Gegentreffer. Die Entscheidung, Raba zu bringen, sollte frische Kraft bringen und eine zusätzliche Anspielstation im Angriff schaffen – ein Plan, der sich jedoch nicht bewahrheitete.
Die Situation ist ernst. Valencia muss sich nun fragen, wie es die verbleibenden Spiele bestreiten will, wenn nicht schon jetzt ein Umbruch stattfindet. Die Fans fordern Ergebnisse, und die Spieler müssen liefern, sonst droht der Absturz in die zweite Liga. Die Moral im Team scheint jedoch noch intakt, denn Corberán betonte, dass die Spieler trotz der schwierigen Situation geschlossen hinter ihm stehen.
Die Wahrheit ist: Valencia steht vor einer Zerreißprobe. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Corberán und sein Team die Kurve kriegen oder ob der Abstieg nicht mehr zu verhindern ist. Die Aussagen des Trainers lassen wenig Hoffnung auf eine schnelle Wende erkennen. Eines ist klar: Es braucht mehr als nur gute Absichten, um in dieser Liga zu bestehen – es braucht Leidenschaft, Kampfgeist und vor allem ein funktionierendes Spielsystem.
