Usmnt: pochettino fordert unbeschwerte fußballkunst vor wm-debüt

Los Angeles – Mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern bereitet der argentinische Coach der US-Nationalmannschaft, Mauricio Pochettino, sein Team auf das Heim-WM-Turnier vor. Statt angespannter Erwartungen herrscht eine Atmosphäre der Leichtigkeit und des Selbstvertrauens, die den Druck des Gastgeber-Rangs zu minimieren scheint. Ein Blick hinter die Kulissen im Great Park von Irvine zeigt ein Team, das den Spaß am Spiel nicht verliert – selbst wenn Weston McKennie von Lachkrämpfen überwältigt wird.

„Warum nicht wir?“ – pochs mantra für die usa

„Warum nicht wir?“ – pochs mantra für die usa

Pochettino, der von den US-Medien kurz und bündig als „USMNT“ bezeichnet wird, hat eine einfache Frage zum Leitprinzip erklärt: „Warum nicht wir?“. Diese Frage ist mehr als nur ein Slogan; sie verkörpert eine neue Mentalität, die er in die Mannschaft bringen will. Es ist eine Herausforderung an die Erwartungen und eine Aufforderung an die Spieler, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Der Erfolg der US-Fußballer, lange Zeit im Schatten europäischer und südamerikanischer Top-Teams, könnte nun endlich seinen Höhepunkt erreichen.

Besonders hervorzuheben ist die Vielseitigkeit des Kaders. Neben den bekannten Gesichtern wie McKennie und Pulisic, die Pochettino als „in Topform“ bezeichnet, gibt es eine Reihe aufstrebender Talente. Tyler Adams, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, zeigte bereits gegen Paraguay seine außergewöhnliche Energie und sein Spielverständnis. Auch Folarin Balogun, der in England geborene Stürmer, der sich für die USA entschied, wird eine Schlüsselrolle spielen müssen, um die Offensive zu verstärken. Seine Verhandlungen mit Inter Mailand scheinen nun Vergangenheit, und er muss seine Fähigkeiten nun voll und ganz in den Dienst des US-Teams stellen.

Doch es gibt auch Schattenseiten: Die Defensive der US-Nationalmannschaft offenbart immer wieder Schwächen in den Übergangssituationen. Das häufige Ballverlusten gefährdet die Stabilität des Teams. Chris Richards, der zentrale Verteidiger, kehrte nach einer Sprunggelenksverletzung ins Training zurück und könnte gegen Paraguay zunächst auf der Bank Platz nehmen. Seine Fitness und sein Können werden entscheidend sein, um die Defensive zu stabilisieren.

Der Gegner Paraguay reist mit einem erfahrenen Team an, das auf Disziplin und taktische Finesse setzt. Der argentinische Trainer Alfaro, bekannt für seine unorthodoxen Methoden und seine Vorliebe für philosophische Zitate, hat sein Team zu einem eingespielten Ganzen geformt. Ein Zitat von Borges, das Alfaro gerne bemüht, fasst die Einstellung seines Teams treffend zusammen: „Trionfiamo e falliamo meno di quanto pensiamo“ – „Wir siegen und scheitern weniger, als wir denken“. Der Ausfall von Julio Enciso, dem talentierten Mittelfeldspieler von Straßburg, der sich im Freundschaftsspiel gegen Nicaragua schwer verletzte, ist jedoch ein herber Rückschlag für Paraguay.

Sanabria, der von der Cremonese abgestiegene Stürmer, wird nun versuchen, die Offensive-Lücke zu füllen. Ob er in der Lage sein wird, die Leistung von Enciso zu kompensieren, bleibt abzuwarten.

Die Partie im hochmodernen SoFi Stadium, einem Bauwerk im Wert von über fünf Milliarden Dollar, verspricht ein spannendes Duell zweier Teams mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Pochettino hat seinen Spielern geraten, mit Leidenschaft, aber auch mit unbeschwerter Freude zu spielen – „wie Kinder, ohne den Druck und die Verantwortung“. Nur so können die USA ihr volles Potenzial entfalten und die Heim-WM für sich entscheiden. Die Frage ist nicht, ob die USA gewinnen können, sondern wie sie gewinnen werden.