Us sailgp team schockt sydney: kanfield holt ersten sieg nach drei jahren durststrecke
Shaken, nicht gerührt. Taylor Kanfield ließ sich von der Oper nicht blenden, sondern schlug zu. Mit einem perfekt gesetzten Haken um Shark Island rauschten die Amerikaner im Finale an den Briten vorbei – 3 Jahre, 2 Monate und 14 Tage nach ihrem letzten Sieg in Cádiz.
Die Zuschauer hatten zwei Wochen vorher schon die Tickets geplündert, doch was sie sahen, passte in kein Prognosemodell. US SailGP Team, lange Zeit das vergessene Kind der Serie, fegte mit einer 100-prozentig jungen US-Crew die Großen weg. An Bord: Andrew Campbell, drei America's Cups im Gepäck, jetzt Taktiker auf einem Kat, der mit 50 Knoten über die australische Buchte flog.
Ein windhopfer lässt italien draußen
Red Bull Italy hatte den Plan auf der Hand: Start schnell, dann die Lücke halten. Phil Robertson steuerte die F50-Azzurra souverän auf Rang zwei hinter den Dänen, nur ein Punkt bis zur Finalqualifikation. Dann – ein Boenriss, unerwartet, knapp 30 Sekunden vor der letzten Tonne. Das Boot riss hoch, verlor fünf Sekunden, die Tür zur Goldgruppe fiel zu. „Wir schmecken dennoch kein Gift“, sagt Robertson, „wir wissen, wo wir stehen – und es ist nicht unser Zielort.“
Die Zahlen sprechen trotzdem: 17 Punkte aus drei Events, Tabellenplatz sieben – ein Sprung um zwei Ränge, aber noch ein Ozean bis zur Spitze.

Devos kauft sich ein: 60 millionen dollar gegen das establishment
Während die Katamaran-Segel flatterten, schob sich ein Milliarden-Move durch die Backbord-Frequenz: Doug DeVos, Mitbegründer von American Magic, übernahm das dänische Rockwool Racing – für rund 60 Millionen Dollar. Kein Taschengeld, sondern ein Statement. SailGP zieht Investoren an, die America's Cup verliert sie. Der Cup bekommt Konkurrenz aus eigem Lager.
Die neue Tabelle liest sich wie ein Krimi: Emirates GBR löst sich mit 28 Punkten von den Australiern, US SailGP Team klettert auf Rang drei. Black Foils bleibt indes auf 0 Zähler sitzen – Wrack repariert, Selbstvertrauen noch im Trockendock.
In 42 Tagen blitzt der nächste Start: Rio de Janeiro, 11. bis 12. April. Peter Burling schraubt schon an den Daggerboards, die Italiener polieren Software, und Kanfield? Der schickt vorab eine WhatsApp an die Konkurrenz: „Sydney war nur der Auftakt.“
