Us open: clark triumphiert – buhrufe und ein vater, der alles riskierte
Wyndham Clark hat den 126. US Open in North Carolina gewonnen, doch der Sieg wurde überschattet von einer ungewöhnlichen Atmosphäre und der feindseligen Stimmung einiger Zuschauer. Ein Major, der für seinen Sport mehr als nur einen neuen Champion offenbarte: die Schattenseiten des Fanverhaltens.
Ein triumph im gemenge der emotionen
Der Kampf um den US Open war hart umkämpft, Clark setzte sich am Ende mit einem Schlag Vorsprung vor Sam Burns durch, der in der letzten Runde eine beeindruckende Leistung zeigte. Burns’ Putt am 18. Loch hätte einen Stechen um den Sieg bedeutet können, doch es war nicht genug. Clark, der bereits in den vergangenen Jahren mit einigen Kontroversen in Verbindung gebracht wurde, stand unter enormem Druck. Besonders der Vorfall beim US Open in Oakmont im vergangenen Jahr, als er nach einem Ausbruch von Wut zwei Umkleidekabinen beschädigte, lastete schwer auf ihm.
Doch Clark hat an sich gearbeitet. Er sucht seitdem professionelle Hilfe, um seine Emotionen besser zu kontrollieren – ein Schritt, der ihm in dieser entscheidenden Phase seines Karrierewegs sichtlich half. Die Atmosphäre auf dem Platz war jedoch alles andere als hilfreich. Schon am ersten Tee wurde deutlich, dass Clark nicht die uneingeschränkte Unterstützung genoss, die man von einem US-amerikanischen Major-Champion erwarten würde. Stattdessen wurde Scottie Scheffler, der bis dahin als Top-Favorit gehandelt wurde, frenetisch gefeiert.
Was niemand so recht zu erklären weiß: Die Gegnerfeindlichkeit gegenüber Clark erreichte in den folgenden Tagen ihren Höhepunkt. Brandel Chamblee, Kommentator der Übertragung, äußerte sich fassungslos über das Verhalten einiger Zuschauer, die Clark mehr zu ärgern schienen als den Wettbewerb zu unterstützen. Eine Szene, die an die unschönen Zustände während der Ryder Cup in Bethpage erinnerte, wo ebenfalls eine feindselige Atmosphäre herrschte.
Es kam sogar zu Situationen, in denen die Polizei eingreifen musste, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, als einige Zuschauer Clark mit abfälligen Rufen wie „Schick ihn in den Bunker!“ verspotteten. Das Spiel fand also in einem Klima statt, das weit entfernt von dem sportlichen Geist war, den man von einem Major erwartet.
Ironischerweise handelte es sich diesmal nicht um einen Spieler der LIV-Tour, der die Gemüter erhitste. Es scheint, als ob das amerikanische Publikum dringend einen Sündenbock brauchte, auch wenn dieser aus den eigenen Reihen kam. Ein Sieg von Scottie Scheffler an seinem Geburtstag und der damit verbundene Grand Slam hätten sicherlich ein schöneres Bild ergeben. Der Zufall wollte es, dass Randalls, Clarks Vater, in der Nacht vor dem Finaltag einen spontanen Flug nach New York angetreten hatte, um seinen Sohn an diesem besonderen Tag unterstützen zu können. Nach dem Gewinn umarmte er Wyndham und sagte: „Das war die härteste Runde deines Lebens!“
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Die psychologie des drucks und der widerstände
Clark räumte ein, dass die sechs Schläge Vorsprung, die er am Sonntag vor dem zweitplatzierten Burns hatte, entscheidend waren, um mit den äußeren Einflüssen und seinen eigenen Fehlern fertig zu werden. Er versuchte, die Situation mit Humor zu nehmen: „Ich habe mit Dave – meinem Caddie – darüber gewitzelt. Wenn wir jemanden gehört haben, der mich bejubelte, sagte ich: ‚Ah, da mag mich jemand‘. Wir haben uns ein bisschen darüber lustig gemacht und es mit Humor genommen.“
„Aber es ist hart“, fügte er hinzu. „Ich habe bereits eine Presidents Cup und eine Ryder Cup im Ausland gespielt, und man spürt diese Atmosphäre ein wenig.“ Er betonte: „Definitiv wollten sie nicht, dass ich gewinne. Das ist in einem US Open oder einem Major ziemlich ungewöhnlich, wenn die Fans gute Schläge ausbuhen oder schlechte bejubeln.“
Die Erfahrung formte Clark weiter: „Es ist ärgerlich, der unbeliebteste Spieler zu sein oder behindert zu werden, aber ich kann damit umgehen, und es gibt nichts Schöneres, als außerhalb des eigenen Landes zu gewinnen.“ Doch die negativen Reaktionen ließen nicht nach, und Clark äußerte seine Sorge, in der PGA Tour zum „Buhmann“ zu werden. „Wenn das am Ende so sein sollte, nehme ich jede Art von Publicity dankbar an“, sagte er.
Er zeigte auch Verständnis für die Stimmungslage: „Ein Teil davon habe ich mir selbst zuzuschreiben, und Scottie war auf dem Weg zum Grand Slam, was nicht jeden Tag passiert.“ Die Wunden des vergangenen Jahres in Oakmont waren noch frisch: „Nach dem Vorfall war es wahrscheinlich der schlimmste Moment in meinem Leben. Wahrscheinlich hat die Öffentlichkeit nicht gesehen, was danach geschah, aber es waren zwei oder drei sehr harte Tage für mich. Ich war in einer sehr schlechten Stimmung, ging kaum aus dem Haus, es war eine sehr negative und düstere Stimmung. In diesem Moment fühlte ich, als ob ein großer Teil meiner Karriere, meine Position in der Weltrangliste, mein Ruf – alles zusammenbräche. Das ist ein schreckliches Gefühl.“
Die Geschichte von Wyndham Clark zeigt, dass der Sieg im Golfsport oft mehr ist als nur eine Frage von Talent und Training. Es ist ein Test der mentalen Stärke und der Fähigkeit, mit Widrigkeiten umzugehen – sowohl auf dem als auch außerhalb des Platzes. Die Frage, ob ihm das Publikum seine Fehler verzeihen wird, bleibt offen.
