Uruguay am boden: bielsa räumt katastrophales kapitel ein
Guadalajara – Der Traum von der Fußball-Weltmeisterschaft ist für Uruguay geplatzt. Nach dem blamablen 0:1 gegen Spanien, das durch einen fatalen Patzer von Torhüter Muslera besiegelt wurde, hat Trainer Marcelo Bielsa ein erschütterndes Urteil gefällt: Seine Amtszeit hinterlässt eine Leere.

Spieler revoltieren, trainer übernimmt verantwortung
Die Enttäuschung in Uruguay ist riesig. Die „Celeste“ verabschiedeten sich bereits nach der Vorrunde, genau wie vor vier Jahren. Die Ursachen für dieses Debakel sind vielfältig: Fehlende Konstanz, vergebene Chancen und nun auch noch eine offenkundige Unzufriedenheit im Team. Medienberichten zufolge sollen Führungsspieler um Kapitän Federico Valverde öffentlich ihre Bedenken bezüglich Bielsas Trainingsmethoden und taktischen Ausrichtung geäußert haben. Ein solches Verhalten ist im uruguayischen Fußball, wo Hierarchien großgeschrieben werden, alles andere als alltäglich.
Bielsa selbst sprang für das Scheitern ein, auch wenn er die vermeidbaren Fehler seiner Spieler nicht ausklammerte. „Die Journalisten und die Fans des uruguayischen Fußballs erwarten zu Recht von mir, dass ich die Schuld auf mich nehme. Das werde ich auch tun“, erklärte der Coach nach der Partie. Der Auslöser für die interne Rebellion könnte die zunehmende Frustration über Bielsas unorthodoxen Trainingsmethoden gewesen sein. Die Geste von Valverde, das Trikot über den Mund zu ziehen, als er vom Feld musste, spricht Bände.
Es ist ein bitteres Ende für Bielsa, dessen Vertrag mit dem Ende der WM ausläuft. Seine Analyse ist unversöhnlich: „Meine Zeit wird als eine Phase in Erinnerung bleiben, die nichts hinterlassen hat.“ Das ist eine scharfe Selbstkritik, die die tiefe Krise im uruguayischen Fußball unterstreicht. Die Erwartungen waren hoch gewesen, doch die Realität sieht düster aus.
Die Frage, die nun im Raum steht, ist, wie Uruguay aus diesem Tief herausfinden will. Ein Trainerwechsel ist wahrscheinlich, aber auch eine grundlegende Überarbeitung der Mannschaftsstruktur und der Spielphilosophie ist notwendig. Denn eines ist klar: Mit dem bisherigen Ansatz wird es nicht weitergehen. Die „Celeste“ müssen sich neu erfinden, wenn sie in Zukunft wieder eine Rolle auf internationaler Bühne spielen wollen.
