Union berlin patzt: st. pauli verpasst sprung aus dem keller!

Berlin brodelt – oder eben auch nicht. Union Berlin hat gestern gegen den FC St. Pauli ein frustrierendes 1:1 gefangen, das die Köpenicker in der Abstiegssache nicht weiterhilft. Für die Hamburger bedeutet das Remis lediglich eine Atempause im Tabellenkeller, aber keinen wirklichen Befreiungsschlag.

Elf jahre unglück in der hauptstadt

Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Seit 2012 mussten die Pauli-Fans eine Niederlage in Berlin hinnehmen. Auch dieses Mal war die Reise in die Hauptstadt alles andere als ein Erfolgserlebnis, obwohl der Kiezklub den Auftakt verheißungsvoll gestaltete. Mathias Pereira Lage, der Sommerneuzugang, sorgte in der 25. Minute für den ersten Aufreger: Sein Schuss, der mit ordentlichen 118 km/h im Netz landete, war die erste Saisontreffer für den Franzosen und brachte die Anhänger auf den Tribünen zum Jubeln.

Union wirkte zunächst geschockt, kämpfte sich jedoch zurück ins Spiel. Der bosnische Torwart Nikola Vasilj stand dabei im Mittelpunkt, der nach seiner sensationellen Leistung bei der WM-Qualifikation gegen Italien nun auch in der Bundesliga Nervenstärke bewies. Er parierte gegen Doekhi, hielt Burke und Köhn in Schach. Doch nach der Pause war er machtlos.

Vasiljs fehler und irre: ein spiel auf messers schneide

Vasiljs fehler und irre: ein spiel auf messers schneide

Bei einer Ecke von Union verlor Wahl in der Mitte Andrej Ilic aus den Augen, der per Kopf zum 1:1 ausgleichen konnte (52.). Vasilj schien in diesem Moment zwischen Genie und Wahnsinn zu pendeln. Wenige Minuten später spielte er den Ball unbedacht Schäfer vor die Füße. Ein Fehler, den er aber prompt wiedergutmachen konnte, indem er einen Berliner Konter mit einer spektakulären Parade abwehrte und auch den Nachschuss von Burke unter Kontrolle behielt. Die Partie wurde zunehmend hektischer.

St. Pauli musste zudem ohne seinen Kapitän Jackson Irvine auskommen, der in der Nachspielzeit nach zwei Fouls die Gelb-Rot-Karte sah. Auch Co-Trainer Peter Nemeth wurde wegen Protesten vom Platz geschickt. Diese Ereignisse verstärkten den Druck und ließen das Spiel in eine unübersichtliche Richtung driften.

Die Punkteteilung lässt beide Mannschaften mit einem bitteren Nachgeschmack zurück. Während Union den wichtigen Schritt zur Rettung verpasst hat, bleibt St. Pauli im Abstiegskampf gefangen. Die lange Durststrecke in Berlin geht weiter, und die Frage bleibt: Wann wird St. Pauli endlich wieder im Osten Berlins gewinnen?

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