Undav: vom joker zum dfb-goldjungen – nagelsmann vor richtiger entscheidung!
Deniz Undav hat im Grunde genommen alles richtig gemacht. Zweieinhalb Spiele, drei Tore, eine geradezu euphorische Stimmung im DFB-Team. Der Angreifer vom VfB Stuttgart katapultierte das deutsche Nationalteam gegen die Elfenbeinküste mit einem Doppelpack in die K.o.-Runde und scheint nun der Mann zu sein, den der deutsche Fußball lange gesucht hat: einen echten Torjäger. Die Frage ist nur: Soll Julian Nagelsmann diese Erfolgswelle nun brechen und Undav von Beginn an in die Startelf stellen?
Die joker-karte: undavs stärke
Seine Stärke liegt unbestreitbar in seiner Rolle als Joker. Er kommt frisch, unbeschwert und mit dem klaren Ziel, etwas zu bewegen. Und das tut er mit einer Effizienz, die beeindruckt. Fünf direkte Torbeteiligungen in nur zwei Einsätzen von der Bank – das ist nicht normal. Es ist ein Beweis für seinen Instinkt, seine Cleverness und seine Fähigkeit, im richtigen Moment zur Stelle zu sein. Thomas Müller, der selbst einst als Raumdeuter glänzte, sieht eine ähnliche Nase für Lücken und Chancen in Undav. Er sagt: „Wenn die Räume aufgehen: Viel Spaß mit Deniz Undav.“
Nagelsmann selbst lobte Undav als „Vollblut-Stürmer“, der einfach weiß, wo das Tor steht. Seine Bewegungen sind geradlinig, seine Abschlüsse präzise. Und seine Antworten am Mikrofon sind genauso schnörkellos wie seine Tore – kurz, prägnant und ehrlich. Die Fans lieben ihn dafür.

Die startelf-debatte: risiko oder chance?
Doch nun stellt sich die Frage, ob Undav auch in der Startelf überzeugen kann. Ist er ein Spieler, der seine Leistung auch über 90 Minuten konstant abrufen kann? Oder verliert er seinen „Joker-Effekt“, wenn er von Beginn an auf dem Platz steht? Nagelsmann scheint hin- und hergerissen. Er spricht von „verschiedenen Ansätzen“ und räumt ein, dass man die Situation „diskutieren“ muss. Aber er betont auch, dass Undav „superschlau in der Bewegung“ ist und „einen Sensationskontakt“ vor seinem zweiten Tor hatte.
Es wäre ein Fehler, den Flow zu brechen. Undav fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle als Joker. Er genießt es, von der Bank zu kommen und das Spiel zu entscheiden. Ihn jetzt in die Startelf zu stellen, könnte ihn unter Druck setzen und seine Leistung beeinträchtigen. Zudem hat er bei der Heim-EM 2024 nur sechs Minuten Spielzeit bekommen - ein Zeichen dafür, dass er damals noch nicht die erste Wahl war.
Die Statistik spricht eindeutig für den Joker-Einsatz. Und auch die Tatsache, dass Undav mit seinen Toren den DFB-Team den Gruppensieg gesichert hat, sollte Nagelsmann zu denken geben. Gegen Ecuador, das torlos blieb, wäre ein Startelfeinsatz ohne Tor ein Rückschritt.
Undav hat sich seinen Platz im DFB-Team hart erarbeitet. Nach anfänglichen Zweifeln und einer öffentlichen Abfuhr durch Nagelsmann hat er bewiesen, dass er zu Höchstleistungen fähig ist. Er ist ein echter Publikumsliebling, ein unberechenbarer Stürmer und ein wichtiger Baustein für den Erfolg des DFB-Teams.
Wie viele Ersatzspieler dürfen gegen Ecuador überhaupt ran? Bleibt zu hoffen, dass Nagelsmann die richtige Entscheidung trifft und Undav weiterhin in seiner Paraderolle als Joker brillieren lässt. Denn eines ist klar: Mit Deniz Undav im Kader hat das DFB-Team eine Waffe, die es so in dieser Form seit langem nicht mehr gab.