Undav schreibt nagelsmann erneut an – 16. tor gegen leipzig, lächeln statt antwort

Deniz Undav trifft, der VfB Stuttgart gewinnt, RB Leipzig verliert – und am Montag wird Julian Nagelsmann seinen Kader für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana nennen. Die Reihenfolge ist kein Zufall. Stuttgart feiert seinen Goalgetter, der sich selbst nicht mehr erklären muss, warum er nicht dabei sein sollte.

16 Saisontreffer, fünf spiele in folge – die zahlen schreien

Es war wieder einer dieser Abende, an denen Undav alles richtig macht. 78. Minute, Leipzig drückt, Stuttgart braucht einen Punch. Ein feiner Zug, ein kurzer Kontakt, der Ball zischt unten rechts ein. 1:0. Die Arena explodiert, Leipzig verliert den Anschluss an die Champions-League-Ränge. Undav? Lächelt nur.

„Vielleicht hatten wir schon Kontakt, vielleicht auch nicht“, sagt er über ein mögliches Gespräch mit Nagelsmann. Vier Tage vor der Nominierung spielt er die Ruhe selbst. Dabei kennt ihn niemand mehr als Zweifler. Fabian Wohlgemuth, Sportvorstand des VfB, redet nicht mehr lange: „Unsere Stimme hat Deniz, ganz klar.“

Atakan karazor: „das ist ja keine frage mehr mittlerweile“

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Kapitän Atakan Karazor spricht aus, was in der Kabine schon länger Konsens ist. Undav gehört in den Kader. Punkt. Die Tabelle spricht für ihn, das Auge auch. Nagelsmann sucht Rechtsaußen, sucht Backup für Havertz und Fullkrug, sucht Torgefahr. Undav liefert alles – und das seit Wochen.

Trainer Sebastian Hoeneß weigert sich, Druck zu machen. „Warten wir es ab“, sagt er, nachdem seine Mannschaft die Leipziger in der zweiten Hälfte zerlegt hat. Dabei weiß auch er: Solche Spiele sind Bewerbungsgespräche. Leipzig war kein Gegner, Leipzig war eine Visitenkarte.

Donnerstag ist Nominierungstag. Undav wird weder vor dem Fernseher sitzen noch nervös werden. Er hat seine Hausaufgaben gemacht. 16 Mal. Fünf Mal in Folge. Wenn Nagelsmann das ignoriert, ist es nicht Undavs Problem – sondern das der Nationalmannschaft.