Undav jagt das letzte große ding – stuttgart muss jetzt zahlen
Ein Tor reicht. Ein einziges. Und schon steht Deniz Undav wieder im Rauten-Fokus, wo ohnehin schon alle Uhren nach ihm gehen. Nach dem 1:0 gegen Leipzig ist der VfB zurück im Champions-League-Rennen – und der Stürmer zurück in der Königsklasse der Gehaltsverhandlungen.
Warum der klub jetzt zahlen muss
21 Tore, 12 Vorlagen, 36 Pflichtspiele. Kein deutscher Angreifer trifft öfter. Die Zahlen sind ein offener Brief an die Kasse. Undav, 29, hat sich in die Premier League gespielt – und die Premier League spielt zurück. Berater von Tenet Football klingeln bereits. Das erste formale Gespräch ist für die Länderspielpause Ende März geplant, bestätigt der Club. Vorher war kein Atemzug Zeit, 17 Spiele seit Januar lassen selbst Profis nur noch Durchzug machen.
Der Vertrag läuft zwar bis 2027, doch das ist schlicht die Frist, bis wann Stuttgart sich entscheiden muss: verlängern oder verkaufen. Der letzte Hebel tickt. Geht nichts, droht im Sommer 2026 die verkürzte Transferkasse – und ein Stürmer, der ins finale Vertragsjerk geht, ohne zu wissen, ob er danach noch mal so viel kassiert.
Denn das ist der Knackpunkt: Mit 4,5 Millionen Euro Jahresgehalt gehört Undav längst zur internen Top-Gruppe. Bei einer Verlängerung will er diesen Status konservieren, plus Aufwandsentschädigung fürs frühe Vertrauen. Für den VfB heißt das: das Gehaltsgefüge nicht sprengen, aber auch nicht sparen, wenn die europäische Konkurrenz mit fetten Schecks wedelt.

Was wohlgemuth wirklich sagt – und was er verschweigt
Sportvorstand Fabian Wohlgemuth gibt sich entspannt: „Ich kann mich allein zu Deniz und seiner Rolle äußern. Diese Rolle hat maßgebliche Bedeutung für den Erfolg unserer Mannschaft – auf und neben dem Platz.“ Hört man genau, klingt das wie ein Appell an die Eigentümer. Maßgebliche Bedeutung kostet maßgebliche Millionen.
Undav selbst schweigt lieber. Er feiert mit Ehefrau Tanja und Tochter das Ländle-Leben, trainiert, trifft. Am 19. Juli wird er 30 – genau am Tag des WM-Finals. Symbolik pur: Er spielt diese Saison um sein persönliches Endspiel. Der letzte große Vertrag, die letzte große Bühne. Stuttgart muss jetzt liefern, sonst liefert ihn der Markt.
Nach dem Sieg gegen Leipzig flog die Mannschaft mit breiter Brust nach Porto. Dort wird sich zeigen, ob der VfB auch international noch mal zulegt – und ob die Bosse mitziehen, wenn die Preisliste springt. Denn egal, wie das Rückspiel endet: Für Deniz Undav beginnt danach die wichtigste Halbzeit seiner Karriere. Und die Uhr tickt lauter als jedes Stadion.
