Uluc schickt jena nach pokal-krimi gegen schlusslicht – und droht neuer pokal
Elf-Meter-Drama in Erfurt, Endspiel fix – und schon wieder ran. Volkan Uluc hat 48 Stunden, um seine FC-Carl-Zeiss-Jena-Truppe vom Pokalrausch runterzuholen, bevor sie beim Tabellenletzten Hertha Zehlendorf antreten. Der Coach spricht von „einem ganz anderen Kopf“, meint aber: Die Mannschaft ist reif genug, den nächsten Schritt zu machen.
Uluc: „wir haben den umbruch verdaut – jetzt kommt die reife“
Vor zwölf Monaten schied Jena im Landespokal blamiert aus. Heute steht der Klub im Finale, blickt zugleich auf 48 Punkte und zwei Spiele weniger als Lok Leipzig. Uluc bilanziert kühl: „Wir haben im Sommer sieben Leute raus und fünf reinbekommen. Die Jungs mussten lernen, dass Regionalliga kein Kindergeburtstag ist.“ Die Lektion scheint sitzen: In den letzten fünf Liga-Partien kassierte Jena nur zwei Gegentore, gewann vier davon.
Das Problem heißt Tiefenentspannung. Hertha Zehlendorf steht auf dem letzten Rang, holte aber aus den letzten vier Spielen fünf Punkte – unter anderem einen 2:0-Sieg in Leipzig. Uluc warnt: „Wer jetzt erwartet, dass die Berliner sich totstellen, hat die Liga nicht verstanden.“ Die Zahlen sprechen für ihn: Zehlendorf gewann drei der letzten fünf Heimspiele, Jena verlor zwei der letzten drei Auswärtsaufgaben.

Personalsorgen vor dem abstellgleis
Rot- und Gelbsperren blockieren Maurice Hehne und Sören Reddemann. Justin Schau und Marcel Hoppe laborieren an Muskelproblemen, Patrick Weihrauch kämpft gegen eine Magen-Darm-Infektion. Uluc rechnet mit „mindestens vier Umstellungen“, will aber keine Ausreden: „Wir haben 21 Feldspieler im Kader. Wer jetzt meckert, ist beim Falschen Verein.“
Für Meuselwitz geht es parallel zur Sache. Der ZFC empfängt den BFC Preußen und will mit zwei Siegen die 35-Punkte-Marke knacken, um „vor dem Finale gegen Jena durchatmen zu können“, wie Coach Georg-Martin Leopold offen einräumt. Rückkehrer Rene Eckardt und Elias Oke sollen die Wende einleiten.
Uluc bleibt gelassen. Er weiß: Gewinnt Jena in Zehlendorf, rückt der Vorsprung auf Lok auf acht Punkte zusammen – bei noch zwei ausstehenden Duellen gegen genau diese Leipziger. „Wir fahren nicht zum Spazieren“, sagt er. „Wir wollen den Dreier, dann reden wir weiter vom Aufstieg.“ Die Rechnung ist simpel: Wer den Ligaschlusslicht schlägt, darf vom großen Wurf träumen. Wer stolpert, verliert mehr als nur zwei Punkte.
