Ulreich bleibt: bayern verlängert mit 37-jährigem bis 2027

Der FC Bayern sichert sich DauerbrennerSven Ulreich für eine weitere Saison – und damit die Ruhe im Torraum. Der 37-jährige Schlussmann unterschreibt bis 2027, folgt damit Manuel Neuer und schließt seine zwölfte Amtszeit an der Säbener Straße ab.

Ein lebensversicherung mit handschuhen

Seit 2015 – mit nur einem kurzen Abstecher zum HSV – steht Ulreich bereit, wenn Neuer mal wieder mit dem Krankenfahrstuhl vorbeisaust. 104 Pflichtspiele hat er bisher bestritten, zehn Meisterschalen gesammelt, und kein einziges Mal laut über seine Reservistenrolle gemeckert. „Ich fühle mich gut, habe weiterhin große Lust auf Fußball“, sagt er nach der Vertragsunterschrift. Kein Pathos, nur nüchterne Treue.

Die Zahlen sprechen für sich: In Spielzeiten ohne Neuer pendelte sich seine Quote bei 1,92 Toren pro Partie ein – solide, ohne Show, aber mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass sein Telefon immer klingelt, wenn es brennt. Für Sportvorstand Max Eberl ist klar: „Ulreich soll Jonas Urbig den letzten Schliff geben, damit aus dem Talent die Zukunft wird.“ Ein Mentor in Trainingsklamotten.

Das duo, das geschichten schreibt

Das duo, das geschichten schreibt

Vorstandschef Jan-Christian Dreesen schwärmt vom „Torwart-Duo für die Geschichtsbücher“. Gemeint ist die Verbindung Neuer/Ulreich – zwei Generationen, ein Ziel: Stabilität. Denn hinter der Fassade aus Superstar und Ersatzmann steckt ein stiller Pakt: Wir halten dich fit, du hältst uns wach. So einfach ist das im Amateurbereich, so selten in der Champions-League-Blase.

Ulreichs Gehalt bleibt geheim, kursiert aber im Kollegenkreis mit rund drei Millionen Euro brutto pro Jahr. Keine Rekordsumme, dafür eine Investition in Seelenfrieden. Wenn in der Kabine mal wieder der Sturm der Nachwuchskritik tobt, hat man mit ihm einen Akteur, der schon 2013 in der zweiten Liga stand und trotzdem jeden Morgen die Hand hochreißt, um die Bälle aus dem Winkel zu kratzen.

Die Verlängerung ist auch ein Seitenhieb auf die Gerüchte um externe Nummer-zwei-Kandidaten. Alexander Nübel? Leihgeschäft läuft 2026 aus, aber wer braucht einen Königstransfer, wenn der Diener bleibt. Ulreichs Handschrift: keine Ego-Duelle, keine Beraterposse – nur Unterschrift, Handschlag, Weiterarbeit.

Und so wird am Freitagabend in München ein stiller Held bestätigt. Keine Pressekonferenz mit Blitzlichtern, nur ein Foto im Trainingszentrum: Ulreich in Trainingsjacke, leicht lächelnd, als wüsste er, dass Legenden nicht immer im Rampenlicht stehen müssen. Seine Mission: noch ein Jahr die Linie halten, vielleicht sogar den ein oder anderen Pokal hochstemmen. Dann wird er 38 – und wahrscheinlich immer noch parieren.