Ulm gegen hamburg: krieg auf dem parkett und jubiläumsfeier!

Die Ratiopharm Ulm feierte zwar ein ungefährdetes 81:72 gegen die Veolia Towers Hamburg, doch das Spiel war alles andere als ein freundlicher Vergleich. Nach 40 Minuten voller Fouls, Provokationen und hitziger Diskussionen bezeichnete Hamburgs Martin Breunig das Duell als „’ne Art Krieg“ – und er lag damit vermutlich nicht weit daneben.

Die vorgeschichte: eine offene rechnung

Die angespannte Atmosphäre war keine Überraschung. Ulm wollte sich für die knappe Niederlage in Hamburg (82:84) revanchieren, wo es bereits kleinere Auseinandersetzungen gegeben hatte. Nelson Weidemann, Nationalspieler Ulms, erklärte offen: „Wir hatten noch eine offene Rechnung.“ Der Vizemeister zeigte von Beginn an, dass er bereit war, für den Sieg in den Dreck zu gehen.

Die Ulmer begannen mit einem aggressiven Pressing, das die Hamburger zunächst völlig überforderte. Ein schneller 15:2-Vorsprung ließ wenig Zweifel daran, dass Ulm das Spiel kontrollieren wollte. Doch die Towers ließen sich nicht unterkriegen und kämpften verbissen um jeden Ball.

Ein Ellenbogen, eine Kontaktlinse und ein explodierender Trainer

Die Eskalation des Spiels erreichte ihren Höhepunkt in mehreren bizarren Szenen. Kurz vor Ende des ersten Viertels rammt Chris Ledlum dem Hamburger Zacharie Perrin im Kampf um den Korb den Ellenbogen in die Rippen. Die Schiedsrichter sahen nur ein „Unsportliches Foul“, was Trainer Benka Barloschky nicht akzeptieren konnte und erbost den Videobeweis forderte. Dabei vergaßen sie, dass die Kamera hinter dem Korb die Tätlichkeit deutlich filmte – ein Glücksfall für Ulm.

Noch verrückter wurde es im zweiten Viertel, als Weidemann LJ Thorpe mit einer Abwehrbewegung ins Gesicht traf und ihm eine Kontaktlinse aus dem Auge schlug. Eine kuriose Rettung durch den Teamkollegen Osaro Rich, der die winzige Linse auf dem Parkett fand, sorgte für schallendes Gelächter im Publikum.

Auch Coach Ty Harrelson verlor kurz vor der Pause die Nerven, als ein vermeintlicher Schubser von Devon Daniels nicht gepfiffen wurde. Der Hamburger Top-Scorer steigerte seine persönliche Bestleistung auf 32 Punkte. Beide Trainer erhielten ein „Technisches Foul“ – ein Zeichen dafür, dass die Emotionen hochkochten.

Ein friedlicheres ende und eine jubiläumsfeier

Ein friedlicheres ende und eine jubiläumsfeier

Nach der Pause beruhigte sich das Spiel etwas. Die Towers kamen zwar noch einmal auf 51:46 heran, doch Ulm fand immer wieder die richtigen Antworten. Die Gäste trafen lediglich 35 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld.

Nach dem Spiel feierten die Ulmer ihren Sieg mit ihren 5485 Fans auf dem Parkett. Zum 25-jährigen Jubiläum des Vereins wurde ein gemeinsames Erinnerungsfoto geschossen – ein passender Abschluss für einen Abend voller Emotionen und intensiven sportlichen Kämpfen. Die Ulmer haben sich mit diesem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Play-off-Plätze erarbeitet. Die Towers können sich hingegen auf eine anständige Saison-Ende freuen, in der ihnen der Klassenerhalt bereits sicher ist. Doch der Krieg auf dem Parkett wird in Erinnerung bleiben.