Ukraine-krieg: tennis-starin olijnikowa hadert mit dem sport

Oleksandra Olijnikowa, die ukrainische Tennisspielerin, kämpft nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit der Art und Weise, wie der Tennissport mit dem Krieg in ihrer Heimat umgeht. Im exklusiven Audio-Interview mit der Sportschau spricht sie offen über ihre Zweifel und Enttäuschungen – und die ungewöhnliche Strategie, mit der sie nun Spenden für ihr Land sammelt.

Eine kindheit, die von tennis und flucht geprägt war

Schon als Fünfjährige entdeckte Olijnikowa ihre Leidenschaft für den Tennissport. Doch ihr Leben nahm eine dramatische Wendung, als ihre Familie 2011 vor politischer Verfolgung in der Ukraine fliehen musste. Der Weg zum Profi war hart, geprägt von finanziellen Schwierigkeiten und dem ständigen Kampf um Anerkennung. „Ich hatte große finanzielle Schwierigkeiten, weil ich keine Sponsoren hatte oder Manager“, erinnert sich die 26-Jährige.

Kriegsalltag und die frage der solidarität

Kriegsalltag und die frage der solidarität

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 veränderte alles. Olijnikowa kehrte mit ihrer Familie nach Kiew zurück, während ihr Vater sich dem Militär anschloss. Das Training unter den erschwerten Bedingungen, oft unterbrochen von Luftalarmen, ist eine enorme Belastung. Besonders belastend sind die Begegnungen mit russischen Spielerinnen auf dem Platz – während gleichzeitig ihre Heimat unter Beschuss steht. „Es ist unfair, gegen jemanden zu spielen, der den Angreifer unterstützt“, betont Olijnikowa.

Proteste und kritik an der wta

Proteste und kritik an der wta

Bei den French Open nutzte Olijnikowa die Pressekonferenzen, um auf die Situation in der Ukraine aufmerksam zu machen und die WTA für ihr Vorgehen zu kritisieren. Ihre Äußerungen über die Teilnahme russischer Spielerinnen an Turnieren, die von Unternehmen wie Gazprom gesponsert werden, sorgten für Aufsehen. Die WTA scheint mit der offenen Kritik dieser Spielerin, die sich nicht scheut, unbequeme Wahrheiten ans Licht zu bringen, ebenfalls zu hadern.

Drohnen für die ukraine – ein ungewöhnlicher weg der spendenbeschaffung

Drohnen für die ukraine – ein ungewöhnlicher weg der spendenbeschaffung

Um Spenden für die ukrainische Armee zu sammeln, verfolgt Olijnikowa einen ungewöhnlichen Ansatz: Sie nutzt ihren Instagram-Account, um auf eine Organisation hinzuweisen, die Drohnen für die Verteidigung kauft. Die Entscheidung, ihre Plattform für politische Zwecke zu nutzen, zeugt von ihrem Engagement und ihrer Entschlossenheit, etwas zu bewegen.

Ein lichtblick trotz allem

Ein lichtblick trotz allem

Trotz aller Herausforderungen und Enttäuschungen versucht Olijnikowa, einen positiven Blick zu bewahren. Mit bunten Stickern im Gesicht, die sie bei ihren Auftritten trägt, will sie ihre Kreativität und Lebensfreude zum Ausdruck bringen. Denn wie sie sagt: „Man weiß nie, was der nächste Tag bringt.