Uefa zieht die daumenschrauben an: bayern erwischt real in der kurve

Der FC Bayern darf schon mal den Kalender markieren: Dienstag, 8. April, 21 Uhr, Estadio Santiago Bernabéu – dort beginnt der Kampf um das Halbfinale, und zwar mit einem Tag mehr Schlaf im Rücken. Die UEFA terminierte das Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid in der Nacht auf Donnerstag, und plötzlich steht fest: Die Münchner können vor dem Rückspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Freiburg rotieren, während Real erst am Sonntag (17 Uhr) gegen Getafe ran muss.

Ein tag, ein unterschied – oder doch nicht?

Klingt nach Lapalie, ist es aber nicht. In den vergangenen fünf Jahren schied Real viermal gegen Manchester City aus, zweimal nach Verlängerung, einmal nach Elfmeterschießen. Die Knochen der Königlichen tragen die Last von 61 Pflichtspielen diese Saison, die der Bayern nur 45. Vincent Kompany kann Harry Kane, Jamal Musiala und Co. vor dem Rückspiel am 15. April in der Allianz Arena schonen – Alvaro Arbeloa dagegen muss gegen Barça jeden Punkt verteidigen, vier Zähler Rückstand lassen kein Luftloch.

Die Spanische Liga könnte noch nachlegen und die Partie gegen Getafe verlegen, doch selbst dann bleibt ein Fakt: Das Hinspiel im Bernabéu findet statt, bevor Real je eine Verschnaufpause bekommt. Die letzte internationale Niederlage der Madrilenier datiert vom 22. Januar – damals gegen Bayern-Reserve in der Basketball-Euroleague. Im Fußball sind sie seit 13 Spielen unbesiegt, doch genau diese Serie macht sie angreifbar: Je länger eine Serie läuft, desto lauter wird das Knacken.

Pep, paris, liverpool – und dann münchen

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Während Barça gegen Atlético ein Stadtduell erhält und Paris Saint-Germain auf Liverpool trifft, bekommt Europas Klub-WM-Sieger 2024 den Gegner, den er am liebsten hasst: Bayern, dem er 2023/24 das Finale kostete, dem er 2018 in München 2:4 unterging, dem er 2012 in der Heimarena das Tor in der Nachspielzeit versenkte – und trotzdem scheint der Rekordmeister zu wachsen, wenn das Logo mit den Sternen aufleuchtet.

Die Zahlen? Bayern erzielte in dieser Königsklassen-Saison 30 Tore in acht Spielen, Real nur 19. Musiala lief bereits 1.100 Minuten, Bellingham 1.000 – aber der Deutsche ist drei Jahre jünger und kam aus der Winterpause frisch. Das Rückspiel in München fällt zudem auf den 15. April, einen Tag nach dem 34. Jahrestag des 4:1 gegen Real 1980. Historie ist kein Torhüter, aber sie flüstert.

Die UEFA hat die Uhr gedreht, Madrid muss folgen. Wer am 16. April durch das Tor zur Allianz Arena schlendert, wird sehen, ob ein Tag wirklich entscheidet – oder ob der FC Bayern einfach nur wieder da ist, wo er hingehört: im Halbfinale.