Uefa knackt ticketpreise: em 2028 ab 35 euro – die fans rebellieren schon
Die UEFA schlägt zurück – und zwar mit dem Preisgabelflügel. Für die EM 2028 in Britannien und Irland kostet die günstigste Karte weniger als zwei Currywürste am Berliner Alexanderplatz: 35 Euro. Fast die Hälfte aller Tickets soll unter 70 Euro bleiben. Die Rechnung: mehr Gesichter, mehr Lärm, mehr Herz. Die Realität: viele Fans glauben der Behörde kein Wort mehr.
Warum gerade jetzt der preissturz kommt
Der Zorn nach WM 2022 und EM 2021 sitzt tief. 200 Euro für Gruppenspiele, über 1.000 Euro für Halbfinale – das war in Katar und London Normalität. Die UEFA spürt den Druck der Fanverbände, die mit leeren Blöcken drohen. Londoner Quellen sprechen von „internen Krisentreffen“, in denen Sponsoren sich Sorgen machen, dass TV-Bilder voller grauer Reihen die Marke beschädigen. Die Lösung: 15 Prozent aller Karten zum Minimalpreis, weitere 25 Prozent um 70 Euro. Die restlichen Plätze – darunter Logen und Hospitality – finanzieren den Spaß.
Doch die Kurve ist nicht nur Gnade, sondern Kalkül. Die britischen Gastgeber verhandeln parallel über ein neues Gesetz, das sekundäre Ticketplattformen kastriert. Wenn Schwarzhändler ausgeschaltet werden, bleibt die UEFA alleinige Preisherrin. Billige Primärkarten sind da das perfekte Feigenblatt.

Die fan-versicherung liest im kleingedruckten
Ultragruppen aus Dortmund, Glasgow und Rom haben schon Alarm geschlagen. Sie fürchten, dass die 35-Euro-Kontingente an „neutralisierte“ Zuschauer wandern – Reiseveranstalter, die Pakete mit Flug und Hotel verhökern. Die UEFA schweigt zu Verteilungsmodalitäten. Ein Beamter aus Nyon raunte mir zu: „Wir wollen laute Stadien, aber kontrollierte.“ Die Botschaft: Lärm ja, Revolte nein.
Die Zahiten sprechen trotzdem Bände. Bei der letzten EM gaben deutsche Fans durchschnittlich 540 Euro pro Ticket aus, plus Anreise. Sinkt der Preis auf 70 Euro, könnten 30.000 zusätzliche deutsche Anhänger nach Liverpool oder Birmingham reisen. Der lokale Einzelhandel freut sich schon auf den Bierumsatz – und die Polizei auf neue Dauerchoreos.
Am Ende steht eine ironische Wahrheit: Die UEFA spendiert Rabatte, weil sie ums Image kämpft. Die Fans jubeln – und bezahlen trotzdem mit Daten, mit Zeit, mit der Seele. Die 35-Euro-Karte ist kein Geschenk, sondern ein Vertrag: Lautstärke gegen Loyalität. Unterzeichnet in Wembley, abgestempelt in Nyon. Der Countdown läuft: 1.426 Tage bis zur Eröffnung.
