Tvb stuttgart besiegt kiel erstmals in der bundesliga-geschichte

Nach 21 erfolglosen Versuchen ist es endlich passiert: Der TVB Stuttgart hat den THW Kiel in der Handball-Bundesliga erstmals geschlagen. 32:27 stand es am Ende vor 6212 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena – ein Ergebnis, das die Tabellensituation im Kampf um die Champions-League-Plätze gehörig durcheinanderwirbelt.

Ein 8:1-lauf, der alles entschied

Lange sah es nach einem offenen Schlagabtausch aus. Bis zur 42. Minute stand es 20:20 – kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Dann aber brachen bei Kiel sämtliche Dämme. Die Stuttgarter zogen mit einem brutalen 8:1-Lauf davon, während sich die Norddeutschen in dieser Phase einen Fehler nach dem anderen leisteten: Ballverluste, Fehlwürfe, kollektives Versagen im entscheidenden Moment. Die Partie war damit vorzeitig entschieden.

Überragender Mann auf Stuttgarter Seite war Kai Häfner. Der Ex-Nationalspieler erzielte zehn Tore und bewies einmal mehr, warum er auch mit 36 Jahren noch zu den verlässlichsten Werfern der Liga gehört. Simone Mengon und Jakob Nigg steuerten jeweils sieben Treffer bei. Für Kiel traf Lukas Zerbe, Vize-Europameister und einer der wenigen Lichtblicke beim THW, fünfmal.

Kiel steckt tief in der krise

Kiel steckt tief in der krise

Was Trainer Filip Jicha nach dem Abpfiff gedacht haben mag, lässt sich erahnen. Erst vergangene Woche verlor sein Team klar gegen den VfL Gummersbach mit 26:34 – eine Niederlage, die damals schon schmerzte. Nun folgt das nächste Debakel, ausgerechnet gegen einen Gegner, der in 21 vorherigen Duellen nie auch nur einen Punkt gegen den Rekordmeister geholt hatte.

Zwei Niederlagen in Folge für den THW Kiel. Das ist keine Formkrise mehr, das ist ein Warnsignal. Der Rückstand auf die Champions-League-Plätze wächst, die Konkurrenz schläft nicht – und Stuttgart feiert derweil den historischsten Sieg seiner Vereinsgeschichte. Manchmal schreibt der Handball Geschichten, die kein Drehbuchautor besser erfinden könnte.