Tus lintfort sichert trotz abstiegsangst halbes team: kapitänin bleibt, mainz schnappt top-talent
Der TuS Lintfort schreibt im Frauen-Zweitliga-Keller paradoxe Geschichte: Während die Handballerinnen als Tabellenletzte bangen, haben bereits sechs Leistungsträgerinnen ihren Verbleib zugesagt – ein Signal der Loyalität, das bundesweit für Aufsehen sorgt.
Die Personalplanung verläuft ligaunabhängig. Sprich: Selbst wenn der Abstieg am Saisonende Realität wird, plant Sportchef Martin Zilse mit dem Etatmanagement der Oberliga. Jana Willing, Kapitänin und Urgestein aus eigener Jugend, steht weiterhin an der Seitenlinie. Torfrau Anita Polackova unterschrieb ebenfalls, nachdem sie zuletzt 32 Prozent der Würfe parierte.
Aldekerk-duo wird zum dreh- und angelpunkt
Das Duo Insa Weisz und Svenja Rottwinkel, vor zwei Jahren gemeinsam von der SG Aldekerk an den Niederrhein gewechselt, bleibt erhalten. Rottwinkel entwickelte sich zur Spielgestalterin – mit 109 Toren ist sie aktuell drittbeste Torschützin der Staffel. Ohne sie wäre die Offensive nicht mehr erkennbar.
Verstärkung kommt aus den Niederlanden: Femke Kleijkers und Yara Vlaswinkel geben dem Rückraum Tempo. Beide sind 22 Jahre alt, studieren nebenbei und bringen die geforderte Schnelligkeit, die Trainer Marcus Heeger für sein Gegenstoßsystem braucht.
Die Abgänge stehen ebenfalls fest. Alea Mattig wechselt zur Saison 2025/26 zum 1. FSV Mainz 05, der ambitionierte Aufsteiger in die 2. Bundesliga Süd. Rieke Rosner kehrt nach Dortmund-Riemke zurück, ihre Familie plant den Neuanfang im Revier.

Restlicher kader hängt von studium und job ab
Mit den übrigen Spielerinnen verhandelt der Klub weiter – Klauseln zu Praktika, Bachelor-Arbeiten und Teilzeitjobs entscheiden mit. Die Kasse ist leer, die Lizenz für die 2. Liga aber teuer. Deshalb heißt es intern: „Erst Klassenerhalt, dann Gehalt.“
Die Rechnung ist simpel: Sechs Siege aus den letzten acht Spielen würden die rote Laterne versetzen. Der Glaube daran wächst mit jedem Vertragsblatt, das unterschrieben wird. Kein Spielerinnen-Exodus, keine Selbstaufgabe – ein Statement, das selbst Ligakonkurrenten respektvoll zur Kenntnis nehmen.
Für Lintfort bleibt die Saison ein Spagat zwischen Hoffen und Bangen. Doch wer bereits jetzt die Hälfte des Kaders an Bord hält, kann auch im freien Fall auf Luftkissen hoffen. Die nächsten Wochen zeigen, ob diese Strategie aufgeht – oder ob der Abstieg doch nur verschoben wird.
