Türkei gegen rumänien: nur ein sieg zählt – das finale wartet

Ab 18 Uhr im Istanbuler Tüpras-Stadion geht es um alles: Wer verliert, fliegt raus. Die Türkei trifft im Halbfinale der WM-Playoffs auf Rumänien – und schon nach 90 Minuten kann der Traum von Katar platzen oder lebendig bleiben.

Heimvorteil als letztes pfund

Heimvorteil als letztes pfund

Kein Rückspiel, keine zweite Chance. Das Modell der UEFA ist gnadenlos, und genau das macht das heutige Duell zur Nervenschaukel. Die Türkei musste sich nach dem 2:2 gegen Spanien mit Platz zwei in der Gruppe begnügen. Rumänien wiederum fegte San Marino mit 7:1 aus dem Weg und rutschte als bester Nations-League-Zweiter noch durchs Hintertörchen ins K.O.-System.

Stefan Kuntz hat seine Startelf bereits intern kommuniziert: Hakan Çalhanoğlu wird wieder als „False 10“ zwischen den Linien kreuzen, vorne vertraut der Bundestrainer auf die Doppelspitze Burak Yılmaz und Kerem Aktürkoğlu. Die türkische Defensive um Çağlar Söyüncü kennt die rumänische Offensivpower nur zu gut – 2018 endete das letzte Aufeinandertreffen mit einem 0:0, das damals beiden Seiten half, heute aber keinem reichen wird.

Auf der Gegenseite wirft Edward Iordănescu alles nach vorne. Mit dem 19-jährigen Farul-Constanța-Flügelflitzer Enes Sali und dem erfahrenen Ianis Hagi an der Spitze will Rumänien früh das Mittelfeld überrennen. Das Problem: Die Auswärtsschwäche. Seit fünf Pflichtspielen wartet die Tricolores auf einen Sieg fern von Bukarest.

Die Statistik lügt nicht: Die Türkei gewann acht der letzten zehn Heimspiele in WM-Qualifikationen, kassierte dabei nur vier Gegentore. Doch die Zahlen interessieren heute niemanden. Entscheidend ist, wer die mentale Länge hat, wenn in der 85. Minute die Oberschenkel brennen und 50 000 Stimmen den Boden unter den Füßen vibrieren lassen.

Der Sieger trifft am 31. März auf den Gewinner der Partie Slowakei – Kosovo. Das Finale wird ebenfalls in einem Spiel entschieden. Drei Tage später zieht dann der letzte Schlussstrich: vier Tickets, zwölf Kandidaten, ein einziger Abend voller Dramatik. Die Türkei will nach 1954, 2002 und 2014 wieder bei einer Endrunde dabei sein. Rumänien wartet seit 1998 auf die Rückkehr auf die große Bühne.

Kick-off 18 Uhr, live im ZDF und bei Sport1. Wer heute zittert, fliegt morgen raus. So einfach ist das Spiel, so brutal seine Regeln.