Ttbl-abstiegs-drama: drei klubs zittern in der 1-aus-3-lotterie
Die Tischtennis-Bundesliga kehrt zurück – und schickt drei Traditionsklubs direkt in den Kampf ums nackte Überleben. Durch den Lizenzantrag des Zweitliga-Spitzenreiters TSV Windsbach drohen ASC Grünwettersbach, TTC Zugbrücke Grenzau und TSV Bad Königshofen nach 44 Jahren gemeinsam den Sprung in die 2. Liga.
Der windsbach-effekt: plötzlich ist nichts mehr sicher
Noch vor der einmonatigen Winterpause hatten die Kellerkinder ihren Kopf aus der Schlinge gezogen. Jetzt sitzen sie wieder an drei Seilen – und an jedem ruckelt ein anderer Verein. Die Regel ist gnadenlos: Windsbach rückt auf, einer der drei muss weg. Eine 1-aus-3-Lotterie, die morgen mit dem Restart beim Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken beginnt.
Ricardo Walther spürt die Anspannung im Nacken. „Es gibt schönere Momente“, sagt der Nationalspieler des ASC Grünwettersbach und schaut auf neun Pleiten aus den letzten zehn Spielen. Der ehemalige Pokalsieger ist abgestürzt, als hätte jemand den Stecker gezogen. „Wenn man alle verliert, ist es auch ein bisschen Unvermögen“, gibt Walther offen zu. Der 34-Jährige, 2021 mit Borussia Düsseldorf Triple-Gewinner, weiß: Selbst eine Galavorstellung in der Saarlandhalle reicht vielleicht nicht. „Im Abstiegskampf braucht man für einen Satz manchmal 13 Punkte, nicht elf.“

Bad königshofen setzt auf selbstvertrauen statt rechenschieber
TSV Bad Königshofen will sich nicht in Schleifen aus Rechnen verfangen. „Rechenschieberspiele sind gefährlich“, warnt Bastian Steger, zweimal Olympia-Dritter und EM-Bronzemedaillengewinner. Der frühre Weltklassespieler schwört auf den Glauben an die eigene Stärke. „Der Abstieg wäre ein Schlag ins Gesicht. Aber wir sind gut genug, um den Klassenerhalt zu packen.“
Beim TTC Zugbrücke Grenzau, 44 Jahre ohne Unterbrechung erstklassig, zählt Coach Slobodan Grujic auf mentale Widerstandskraft. „Jedes Spiel ist ein Finale. Wer unter Druck am besten spielt, überlebt.“ Die Westerwälder, einst selbst Triple-Gewinner, haben die Erfahrung, aber keine Punkte geschenkt bekommen.
Die Restsaison wird zur Abnutzungsschlacht. Fünf Spiele, ein Ticket, drei Verlierer. Am Sonntag um 14.00 Uhr geht die Angst aufs Feld – und mit ihr die Frage, wer nach 34 Spieltagen noch im Oberhaus sitzt.
