Tsv hannover-burgdorf: trainerwechsel zum blindflug?
Hannover – Der Traum vom sofortigen Aufschwung nach dem Aus von Christian Prokop bei der TSV Hannover-Burgdorf scheint sich in Luft aufzulösen. Sechs Niederlagen in Serie sprechen eine deutliche Sprache und werfen die Frage auf: Hat der Trainerwechsel überhaupt etwas gebracht? Die jüngste Bilanz von Nachfolger Juan Carlos Pastor ist ernüchternd und sorgt für wachsende Unruhe im niedersächsischen Handball-Team.
Die bilanz lügt nicht: ein holpriger start
Zwölf Pflichtspiele unter Pastor, sieben Niederlagen. Die Zahlen sind hart, aber sie spiegeln die Realität wider. Während die European League mit drei gewonnenen von vier Partien zumindest ansatzweise Hoffnung macht, ist die Bundesliga-Misere unübersehbar. Der Schnitt von 0,5 Punkten pro Partie steht in krassem Gegensatz zu den 0,95 Punkten, die die Mannschaft unter Prokop erreichte – ein Unterschied, der die Verantwortlichen ins Grübeln bringt.
„Verletzungsprobleme und zehn Spiele in viereinhalb Wochen sind natürlich Faktoren“, räumt Sportchef Sören Christophersen bei Dyn ein. Doch er weist jegliche Ausreden zurück: „All das wollen wir nicht nach vorne stellen, weil unterm Strich sind wir genauso enttäuscht und wollen Ergebnisse und Punkte holen.“ Die Enttäuschung ist spürbar, die Frage nach der Nachhaltigkeit des Trainerwechsels drängt sich auf.

Ein erfahrener coach am ruder – reicht das für den turnaround?
Christophersen zeigt sich dennoch zuversichtlich. „Er ist so erfahren und ruhig in der Situation, dass ich guter Dinge bin, dass wir, wenn der Prozess auch sicherlich noch ein Stück weit andauert, auch wieder Erfolge feiern werden.“ Die Erfahrung des Spaniers, der bereits in zahlreichen europäischen Top-Ligen sein Können bewiesen hat, sollte in der Tat zum Tragen kommen. Aber Zeit ist eine kostbare Ressource, und die Konkurrenz in der Handball-Bundesliga schläft nicht.
Die Aufgabe, die vor Pastor liegt, ist enorm: Ein angeschlagener Kader, eine fehlende Konstanz und der Druck, die Abwärtsspirale endlich zu stoppen. Ob er diese Herausforderung meistern kann, wird sich am heutigen Abend in Eisenach zeigen. Eine weitere Niederlage würde die Situation weiter verschärfen und den Glauben an den Neuanfang nachhaltig erschüttern. Die TSV Hannover-Burgdorf muss liefern, sonst droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
