Trump will pokal überreichen: fifa-kopf infantino bestätigt finale-auftritt
Der 19. Juli wird zum Showdown zweier Supermächte. Nicht nur auf dem Rasen des MetLife Stadium, sondern auch neben dem Ehrentribünenblock. Donald Trump persönlich wird gemeinsam mit FIFA-Boss Gianni Infantino den Siegerpokal überreichen – und damit eine Tradition brechen, die seit Jahrzehnten den Sport vom Protokoll trennte.
Infantino bestätigt live in „fox and friends“
„Wir werden zusammen mit dem Präsidenten das Finale genießen und dem Gewinner natürlich gemeinsam die Trophäe überreichen“, sagte Infantino am Dienstagmorgen in der Sendung „Fox and Friends“. Der Moderator hakte nach: „Also wirklich zu zweit?“ Die Antwort des Schweizers kam sofort: „Natürlich, wir sind die ganze Zeit zusammen.“
Damit ist klar: Die FIFA zieht den Präsidenten buchstäblich aufs Podest. Kein Schiedsrichter, kein Kapitän, kein Teamchef wird dem Gewinner allein die 6,1 Kilogramm schwere Goldstatuette reichen. Stattdessen stehen zwei Männer bereit, die beide gerne im Rampenlicht stehen – und sich dabei anstarren, während Millionen zuschauen.

Das chelsea-desaster von 2025
Bereits beim Finale der Klub-WM im gleichen Stadion hatte Trump für irritierte Gesichter gesorgt. Nach dem Triumph von Chelsea blieb er auf der Bühne, statt sich wie üblich zurückzuziehen. Kapitän Reece James blickte verdutzt, während der Präsident die Trophäe festhielt und die Kameras suchte. „Ich ging davon aus, dass er die Bühne verlässt, aber er wollte bleiben“, sagte James später trocken.
Nun droht die Wiederholung – nur live vor 82 500 Zuschauern plus Milliardenpublikum. Die FIFA hatte zuletzt bei der WM 2022 in Katar noch einen anderen Modus. Emir Tamim bin Hamad Al Thani trat zwar neben Infantino, doch das Protokoll sah vor, dass der Kapitän die Trophäe aus den Händen des FIFA-Chefs erhält. In Russland 2018 stand Infantino sogar allein im strömenden Regen. Trump wird die Szenerie anders gestalten.

Weißes haus genießt die spekulation
Ob Trump vor dem Finale überhaupt ein Spiel besucht, ist weiter offen. Der britische „Telegraph“ nennt das „unwahrscheinlich“. Doch Andrew Giuliani, Leiter der WM-Taskforce im Weißen Haus, genießt die Aufmerksamkeit. „Er liebt doch einen guten Cliffhanger, oder?“, sagte Giuliani und lächelte in die Kameras. Die Botschaft: Trumps Auftritt bleibt bis zuletzt ein Geheimnis – und damit Teil der Inszenierung.
Kritiker warnen seit Monaten, die WM könne zur Wahlkampfbühne werden. Die USA, Mexiko und Kanada stehen als Gastgeber im Fokus, Trump aber steht über allem. Wenn am 19. Juli der Pokal in die Höhe gereckt wird, wird er nicht nur den Gewinner ehren. Er wird die Welt daran erinnern, dass er noch immer da ist – und dass Sport manchmal nur die Kulisse für Politik ist.
